Nach einer trockenen Wetterperiode kam der Regen in Westeuropa gerade noch rechtzeitig sodass nun die Getreiderente der EU groß ausfallen wird, so die Ernteschätzer. Die Gesamternte wird aber wohl kleiner als im letzten Jahr werden. Wegen dem trockenen und warmen Wetter zu Beginn dieses Monats hatten Beobachter bereits Sorge, dass die Pflanzen unter Stress kommen. Nachdem es jetzt aber überall geregnet hat, stellt das Europäische Ernte-Monitoring gute Bodenfeuchte fest.
In Frankreich, dem Top-Weizenerzeuger und –Exporteur der EU, fiel der Regen in der Kernregion im nördlichen Getreidegürtel noch rechtzeitig. Zuvor war die Feuchte in den oberen Bodenschichten bereits bedenklich gering. Nun schätzen Analysten und Händler, dass Frankreich fast die Rekordmenge von 38 Mio. Tonnen ernten kann, da die Erträge überdurchschnittlich ausfallen werden und die Anbaufläche mit 5,2 Mio. Hektar die höchste seit 80 Jahren ist. Im letzten Jahr erzeugte Frankreich 37,5 Mio. Tonnen Weichweizen, die größte Ernte hatte Frankreich im Jahr 1998 mit 38,2 Mio. Tonnen.
Auch in Deutschland erwartet man eine ungewöhnlich große Erntemenge nahe der des letzten Jahres. Die Regenfälle sollen noch bis zum Wochenende anhalten und die Debatte um Trockenheit ist erst einmal vom Tisch. Der deutsche Genossenschaftsverband schätzt zur Monatsmitte die Weizenernte um 3,8 % kleiner als im Vorjahr und erhöhte damit ihre frühe Schätzung leicht.