Die Euronext startet heute den Handel mit überarbeiteten Milchfutures und hofft darauf, dass das Ende der europäischen Milchquote das Preissicherungsinteresse in dem bisher gemiedenen Terminmarkt anregt. Die Börse wird von ihrem Standort in Amsterdam drei Terminkontrakte anbieten: Zum einen wurde der Kontrakt auf Magermilchpulver überarbeitet. Zum anderen gibt es noch einen Kontrakt auf Butter und einen auf Molkepulver. Die Kontraktspezifikationen finden Sie hier
Die Futures richten sich an Marktteilnehmer in Nordeuropa, die ihre Exporte in der Nach-Quoten-Ära steigern wollen. Interesse wird von holländischen, deutschen, dänischen und irischen Marktteilnehmern bekundet.
Die Euronext will mit diesen Finanzprodukten an die Erfolge ihrer Weizen- und Rapsfutures anknüpfen, wo sie inzwischen eine Preisleitfunktion ausübt. Der Sprecher des deutschen Bauernverbands Michael Lohse begrüßt die Möglichkeit, in dem neuen Marktumfeld, Preissicherung betreiben zu können.
Zurzeit gibt es nach Ansicht des französischen Beratungsunternehmens Agritel keinen Gesamteuropäischen Leitmarkt für den Milchsektor. In den kommenden Monaten wird sich zeigen, ob sich so ein Markt entwickeln kann. Der weltweite Milchmarkt bezieht seine Impulse aus einer zweimal im Monat stattfinden Auktion der neuseeländischen Fonterra, der führende Exporteur von Milchprodukten. Die U.S. amerikanische CME-Gruppe bietet bereits Milchfutures an, die aber, gemessen an den Getreidemärkten, nur kleine Handelsvolumen haben. Die Eurex in Frankfurt bietet alle drei Kontrakte ebenfalls an und die Futures werden zu einem Index abgerechnet. Das Handelsvolumen ist aber sehr gering. Die Euronext hatte bereits im Jahre 2010 einen Terminkontrakt auf Magermilchpulver eingeführt, der wegen Mangel an Interesse im letzten Jahr eingestellt wurde.