Nach 20 Jahren Erfahrung mit dem Terminhandel auf Agrarprodukte und kurz vor der Einführung eines überarbeiteten Weizenfutures will die Euronext Paris den Wettbewerb mit der CME, dem weltweit größten Anbieter für Agrarfutures, aufnehmen. Die CME will nämlich Ende April einen eigenen Terminkontrakt auf Weizen ebenfalls mit Andienungsplätzen in Frankreich anbieten, da das Handelsvolumen in Europa mit Terminkontrakte auf Weizen beachtlich gewachsen ist.
Damit muss sich das Flaggschiff der Euronext, der Weizenfuture - auf den sich fast alle physischen Handelsabschlüsse in Europa beziehen – der größten Herausforderung seit seiner Einführung Mitte der 1990er Jahre stellen. Der Leiter des Londoner Büros der Euronext Lee Hodgkinson sagte heute auf der Pressekonferenz bei der Vorstellung des Unternehmensergebnis nach dem Börsengang im Sommer 2014, er habe einen gewaltigen Respekt vor der großen CME, aber „wir haben das bessere Team und das bessere Produkt“. Im Juni wurde der europäische Börsenverbund von der damaligen Muttergesellschaft Intercontinental Exchange (ICE) in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und öffentlich verkauft.
Auf die Frage einer möglichen Zusammenarbeit mit der CME gab Hodgkinson keine Antwort. Er verteidigte die neue Version des Millig Wheat (Nr. 3), der die Mängel beheben soll, die nach einer missglückten französischen Weizenernte zutage traten. Der Kontrakt hat darüber hinaus mehr Lieferorte als der Milling Wheat Nr. 2.
Die Aktien der Euronext stiegen um 10 % auf den höchsten Stand seiner Einführung nachdem ein EBITDA-Ziel von 53 % für Ende 2016 bekannt gegeben wurde. EBITDA ist der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände. In 2014 nach dem IPO (initial public offerings – erster öffentlicher Aktienverkauf) stieg der Unternehmensgewinn um 7,6 %. Die Liquiden Mittel haben sich seither verdreifacht.
Der Börsenbetreiber Euronext, zu dem Börsen in Paris, Amsterdam, Brüssel, London und Lissabon gehören, will eine Dividende von 0,84 Euro pro Aktie ausschütten.