Mit ihren niedrigen Preisen für Gerste sind die Anbieter aus der EU am Weltmarkt ohne Konkurrenz. Man profitiert davon, dass China seine Futtermittelanbieter nach möglichen Kontaminationen mit genetisch veränderten Organismen aussucht. Strategie Grains Analysten prognostizieren gestern Rekordmengen im Export.
Das Beratungsunternehmen erhöhte seine Exportprognose für Gerste aus der EU-Ernte 2014/15 um 400.000 Tonnen auf 7,9 Mio. Tonnen, gegenüber 5,7 Mio. Tonnen im Vorjahr. Davon gehen 1,62 Mio. Tonnen nach China (Vj.112.000 Tonnen), das meiste davon kommt wiederum aus Frankreich. Die Besonderheit in dieser Saison: es handelt sich immer öfter um Futtergerste, während in den Vorjahren das meiste Braugerste war.
1,38 Mio. Tonnen wurden bereits über französische Häfen verladen oder stehen unmittelbar davor. Für das kommende Jahr wird der Trend bleiben, sodass dann sogar 8,1 Mio. Tonnen, und davon 2,0 Mio. Tonnen nach China, nach Übersee verladen wird, so Strategie Grains.
Händler verweisen auf den starken US-Dollar und der begrenzten Verfügbarkeit aus dem traditionellen Lieferanten Australien für den Erfolg der europäischen Anbieter. Australiens Gerstenexporte sind in diesem Jahr um ein Viertel auf 4,7 Mio. Tonnen eingebrochen.
Deutschland profitiert davon, dass Frankreich in Asien so erfolgreich ist und konnte seine Exporte nach Saudi Arabien, dem weltweit größten Gersten-Importeur, ausbauen. Insgesamt verlor die EU aber Marktanteile im Nahen Osten, wovon wiederum die Ukraine und Russland profitierten.