Frankreichs Weizenproduzenten ermutigen die CME, ihre Pläne für einen alternativen Weizenfuture für Europa fortzuführen, da die Euronext die Mängel in dem Matif-Weizenfuture nicht behoben habe.
Die in Chicago ansässige CME, die weltweit größte Börsenbetreiberin für Agrarrohstoffe, hat ein Treffen mit französischen Agrargenossenschaften abgehalten und erklärt, dass sie einen eigenen Weizenfuture für Europa im März 2015 mit erster Fälligkeit September 2015 auflegen werde.
Die Genossen führen gleichzeitig Gespräche mit der Euronext über mögliche weitere Veränderungen im erfolgreichen Weizen Terminkontrakt, der am Pariser Matif gehandelt wird. InVivo, eine Gruppe von 200 Genossenschaften in Frankreich, bestätigt gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters die Gespräche mit beiden Börsen.
Die Produktentwickler der Euronext sind weiterhin mit den Marktteilnehmern im Gespräch. Man will die Anzahl der Andienungsplätze weiter erhöhen und hat bereits ihre Qualitätskriterien überarbeitet. Diese werden allerdings erst im Jahre 2017 wirksam.
Nach einer verregneten Erntezeit fuhren französische Bauern im letzten Sommer überwiegend Weizen mit niedriger Qualität ein. Die beiden in Rouen angesiedelten Silobetreiber, die vom Matif für die Abwicklung von Börsenlieferungen autorisiert sind, haben eine Diskussion über die Weizenspezifikation der Terminkontrakte aufgeworfen. Daraufhin hat die Pariser Börse erstmals Proteingehalt und Fallzahl in der Spezifikation festgeschrieben.
Das diese Änderungen erst im Jahr 2017 wirksam werden, hat die CME ihrerseits einen eigenen Vorschlag für einen europäischen Weizenfuture entwickelt. Darin soll Rouen zwar der zentrale Lieferort bleiben, es ist aber beabsichtigt, ein Netzwerk weiterer Lieferorte für die physische Erfüllung des Futures einzubinden. Dafür stehen Lieferläger der Genossenschaften bereit, sagt ein Sprecher der CME.
Der neue CME-Weizenfuture soll nach dem aktuelle Stand der Diskussion mit maximal 180 Hagberg Fallzahl und 10,5 % Protein weniger hohe Qualitätsansprüche haben. Inzwischen fordern französische Marktpartner, dass auch die Euronext einen Future mit einem solchen Basis-Standard anbietet. Andere fordern die beiden Börsen auf, ihre Vorhaben gemeinsam zu lösen und nicht die Liquidität des bestehenden Futures zu gefährden.