Ungewöhnlich mildes Winterwetter in Westeuropa hat hervorragende Voraussetzungen für die Getreideernte 2015 geschaffen. Zwar sind immer noch Frostschäden möglich, aber das Gefahrenpotential nimmt täglich ab.
In Frankreich, dem größten Weizenproduzent der europäischen Gemeinschaft, werden die Weizenbestände von FranceAgriMer zu 91 % als exzellent eingestuft. Das sind 16 % mehr als im März 2014 für die Ernte 2014 geschätzt wurde. Der Agrarberater ODA schätzt die französische Getreideernte 2015 wie im Vorjahr auf 37,5 Mio. Tonnen. Die Anbaufläche wurde allerdings um 2,6 % erhöht.
Auch in Deutschland, dem zweitgrößten Weizenproduzenten der EU, ist die Wahrscheinlichkeit von für Winterweizen schädlichem Frost ab März gering. Die Pflanzen haben sich seit dem mildem Herbst schon weit entwickelt. Die deutsche Winterweizenfläche wurde um 2,8 % auf 3,24 Mio. Hektar ausgeweitet.
Großbritannien ist der drittgrößte Weizenproduzent der EU. Von Süd nach Nord sieht alles bestens aus, sagt der britische Bauernverband. In England und Wales fiel die Anbaufläche um 7 % auf 1,69 Mio. Hektar. Dafür wird der Anbau von Sommergetreide zunehmen. Das ist die Folge von verstärktem Aufkommen von Ackerfuchsschwanz im Wintergetreide. Mit der Ausweitung von Sommergetreide erfüllen die Briten außerdem die EU-Pläne zur Ausweitung der Biodiversität.
Auch in Polen habe sich das Wurzelwerk t der Weizenbestände bereits sehr gut entwickelt. Die Anbaufläche im viertgrößten Weizenanbauland der EU wurde um 2 % auf 2,38 Mio. Hektar aufgestockt.