IKAR, eines der namhaftesten Beratungsunternehmen in der russischen Agrarwirtschaft, erwartet für die neue Getreideernte ab Juli einen Exportpreis, der 9 % unter dem aktuellen Preisniveau liegen wird. Dieser Einschätzung liegt die Erwartung der Regierung zugrunde, die von einer Getreideernte von über 100 Mio. Tonnen ausgeht. Damit soll in erster Linie der inländische Bedarf bedient werden. Außerdem will die Regierung die staatlichen Reserven aufstocken.
Am Schwarzen Meer werden für 12,5 %tigen Weizen der neuen Ernte Terminpreise von$205/Tonnen genannt. In der letzten Woche lag das Preisniveau noch bei $225/Tonne fob, in dieser Woche werden $213/Tonne genannt. Die Ernte beginnt in der Regel Ende Juni.
Der Preisrückgang wird mit dem Kursverfall des Rubels begründet. In diesen Tagen hat sich der Kurs zwar erholt, er notiert aber immer noch 47 % unter dem Niveau von 2014. Ende letzter Woche fielen die Preise für Weizen der Klasse III im europäischen Teil Russlands um 75 Rubel auf 10.600 Rubel ab Verladestation. Der Preisrückgang wird mit dem geringeren Bedarf nach der Einführung eines Exportzolls auf Weizen am 1. Februar begründet. Der Getreideexport im März wird in einer Bandbreite von 1,2 bis 1,3 Mio. Tonnen erwartet. Davon werden 500.000 Tonnen Weizen aus Altverträgen sein. Seit Beginn des Vermarktungsjahres am 1. Juli 2014 hat Russland 24,7 Mio. Tonnen Getreide exportiert, davon 19 Mio. Tonnen Weizen.