Indiens Importe von Speiseölen werden in diesem Jahr einen neuen Rekord erreichen, da die nationale Produktion sinkt und Importeure sich auf einen steigenden Konsum einstellen. Der weltweit größte Importeur treibt damit den Palmölpreis um 4 % nach oben, nachdem dieser im vergangenen Jahr um 15 % gesunken war.
Indiens Importe von Öl für die menschliche Ernährung werden Experten zufolge bis Oktober auf 12,8 bis 13 Mio. Tonnen steigen, gegenüber 11,6 Mio. Tonnen im Vorjahr. Palmöl trägt mit 9 Mio. Tonnen (+ 1 Mio. Tonnen zum Vj.) den Löwenanteil bei. Der inländische Bedarf liegt bei 18 bis 19 Mio. Tonnen, der also zu 60 % vom Import bedient wird. Der Konsum steigt bei einem dynamischen Wirtschaftswachstum rasch. Insbesondere die Mittelklasse konsumiert mehr Lebensmittel, wovon Speiseöle einen großen Anteil ausmachen.
Niedrige Speiseölvorräte in Indien werden in den kommenden Monaten die Nachfrage am Weltmarkt steigern. Die Palmöl-Bestände werden derzeit auf 1,7 Mio. Tonnen geschätzt, Ende Dezember waren diese noch bei 2,1 Mio. Tonnen. Indonesien und Malaysia haben ihre Exportzölle für Palmöl auf „0“ belassen aber das Konkurrenzprodukt Sojaöl wird in den kommenden Monaten aus Südamerika auf den Markt drängen. Dort werden Rekordernten erwartet. Palmöl kostet im März frachtfrei indischer Häfen $685/Tonne, während Sojaöl auf $815/Tonne notiert. Für Liefertermine im April, Mai und Juni liegen die Preise für Sojaöl mit $760/Tonne darunter.