Die Bäcker in der Ukraine wollen ihre Regierung darum bitten, die Mehlexporte zu beschränken, um einen Anstieg der Brotpreise zu verhindern. Lebensmittelpreise in der Ukraine sind stark angestiegen, nachdem die ukrainische Währung Hryvnja aufgrund der kriegerischen Handlungen im Land stark verfallen ist.
Es wäre besser, die Mehlexporte zu beschränken, als die Getreideausfuhren, sagte ein Unternehmenssprecher. Sein Unternehmen erhöht die Brotpreise heute um 10 bis 12 %. Dabei schlagen nicht nur die Getreidepreise zu Buche, sondern auch andere Produktionskosten. Die Ukraine, einer der bedeutendsten Getreideexporteure der Welt, exportierte im letzten Jahr 317.000 Tonnen Weizenmehl.
Die Mehlpreise in der Ukraine sind in der Zeit von Ende Januar bis Mitte Februar von 4.750 Hryvnja/Tonne auf 5.400 Hryvnja/Tonne gestiegen. Im Dollar umgerechnet, ist der Preis aber von $294 auf $208/Tonnen gesunken. Im Jahr 2014 ist die Währung der Ukraine um 40 % verfallen. Dadurch ist ukrainisches Getreide am internationalen Markt deutlich wettbewerbsfähiger geworden. Alleine in der letzten Woche fiel der Preis für ukrainischen Weizen um fast 6 US-Dollar/Tonne.
Im nationalen Markt übersteigt das Weizenangebot die Nachfrage, da Landwirte, die noch auf hohen Lagerbeständen sitzen, Geld für den Kauf von Betriebsmitteln wie Diesel, Dünger oder Pflanzenschutz benötigen.
Die Regierung in Kiew will noch in dieser Woche über die Marktlage beraten. Im Januar hatten sich Regierung und Handel darüber geeinigt, in den ersten beiden Monaten nicht mehr als 1,2 Mio. Tonnen Mahlweizen auszuführen.