Das von der französischen Terminbörse Matif autorisierte Liefersilo Senalia teilte gestern Abend in einer Presseerklärung mit, dass man vorerst keine weiteren Weizenandienungen zur Erfüllung von Terminkontrakten mehr annehmen kann. Die internationale Nachfrage nach französischem Mahlweizen sei derzeit rückläufig, es gibt aber ein großes Angebot für Börsenweizen. Sobald die Nachfrage nach Weizen in der von der Börse spezifizierten Qualitäten steigt, wird das Silo wieder Umschlagskapazitäten für die Abwicklung von Terminkontrakten freigeben. Senalia benötigt in den kommenden Tagen verstärkt Umschlagskapazitäten, um beispielsweise Futtergerste zu verladen.
Am Matif steht der Mai-15-Termin kurz vor seinem letzten Handelstag. Das ist zugleich die letzte Fälligkeit eines Terminkontraktes aus der Ernte 2014. Gestern waren noch 24.317 Lots zur Erfüllung offen. Neben dem Silo von Senalia können auch über das Lager von Socomac Weizenandienungen zur Erfüllung von Terminkontrakten abgewickelt werden. Mit Spannung wird jetzt beobachtet, ob die Umschlagskapazitäten der Börse dazu ausreichen, um das in Frankreich vorherrschende Preisniveau für Weizen fair widerzuspiegeln oder ob die Verkäufer es am Ende noch gezwungen werden und ihre Futures zu unfairen Preisen glattstellen müssen.