Die internationalen Milchpreise sind gestern auf der Versteigerung der Neuseeländischen Molkereigenossenschaft Fonterra zum ersten Mal seit drei Monaten wieder gefallen. Damit steigt die Gefahr für die Einkommen der Farmer in Neuseeland, was bereits den Wechselkurs des Neuseelands-Dollars unter Druck setzt.
Fonterras Global Dairy Trade Index sank gestern um 8,8 % auf den Durchschnittspreis von $3.136/Tonne. Das war der erste Rückgang seit Mitte Dezember und der größte Preisverfall seit Mitte Juli letzten Jahres. Es scheint, dass die um 3,3 % kleinere Produktionsmenge Neuseelands bereits eingepreist ist. Die in der Auktion offerierte Menge fiel deutlich geringer aus, als in früheren Versteigerungen. Der Preis für das Leitprodukt Vollmichpulver fiel um 9,6 % nach kräftigen Steigerungen in den vorangegangenen Runden, was sich auch in Fonterras Preisprognose für den Milch-Auszahlungspreis ab Hof widerspiegelt, der bei NZ$4,7/kg stabil blieb.
Fonterra ist bislang relativ schadlos aus einer Aktion von Umweltaktivisten geblieben, die damit gedroht haben, Kindernahrung mit Schädlingsbekämpfungsmitteln zu versetzen, um gegen die rigorose Bekämpfung von Wildtieren zu protestieren. Siehe Tickermeldung vom 11.03.-12:29h.
In der gestrigen Versteigerung wurden insgesamt 20.258 Tonnen Milchprodukte verkauft. Das ist ein Rückgang von 8,3 % zur vorherigen Auktion. Die Auktionen werden zweimal im Monat abgehalten, die nächste ist für den 1. April terminiert. Der Neuseeland-Dollar fiel gegenüber dem U.S.-Dollar auf ein 5-Tage-Tief auf $0,7310 von $0,7350.
Fonterra ist eine Molkereigenossenschaft mit 10.500 Landwirten als Mitglieder und kontrolliert fast ein Drittel des Welthandels mit Milchprodukten. Milchprodukte stellen ungefähr ein Viertel aller Exporte Neuseelands dar und stehen für 7 % des Neuseeländischen Brutto-Sozialprodukts.