Die Euronext plant, seinen bewährten Weizenfuture „Milling Wheat Nr. 2“ vor der Ernte 2018 auslaufen zu lassen. Stattdessen bietet die Pariser Börse den kürzlich eingeführten Premium-Weizen-Kontrakt „Milling Wheat Nr. 3“ an, der allerdings einen ziemlich holprigen Start hingelegt hat.
Die Spezifikation des erfreulich liquiden Weizenfutures musste überarbeitet werden, nachdem die französische Weizenernte 2014 verregnet war und der Eiweißgehalt sowie die Fallzahl im Terminkontrakt konkret benannt werden sollten. Der Milling Wheat Nr. 3 wird aber auch als Pariser Antwort auf das Ansinnen des Rivalen CME gesehen, die ebenfalls einen Weizenfuture für Europa einführen will.
Nach dem letzten Handelstag des März-15-Futures gestern, soll entgegen früheren Verlautbarungen der Börse nun doch noch der März-18-Termin als Milling Wheat Nr. 2 aufgelegt werden. Die Marktteilnehmer sollen sich selber für den einen oder den anderen Kontrakt entscheiden können. Die Börsendirektion in Paris erwartet aber, dass letztendlich der Kontrakt mit den meisten Lieferpunkten angenommen werde. Neben der höheren Qualität unterscheidet sich der neue Kontrakt auch darin, dass mehr Lieferorte, beispielsweise auch an der Atlantikküste, autorisiert sind. Im alten Kontrakt werden keine weiteren Lieferorte mehr zugelassen.
Die Börse wird keinen Milling Wheat Nr. 2 für September 2018 mehr auflegen. Die Euronext stellt fest, dass es Zeit benötige, bis sich der Markt an die neuen Kontrakte gewöhnt habe. Der drei-jährige Vorlauf sollte aber genügen, da es relativ wenige Forward-Kontrakte im Kassamarkt gäbe, die so weit reichen und in denen die Börsennotierungen zur Preisfindung dienen.
Händler sagen, dass es für den neuen Kontrakt noch keinen Bedarf gibt, da auch noch keine physischen Geschäfte darauf abgeschlossen wurden. Für die Fälligkeiten September-15 und Dezember-15 gibt es zudem noch keine Notwendigkeit, es sei denn es gibt im Sommer die gleichen Wetterrisiken wie im Vorjahr.