Die Weizenpreise in Russland werden wohl kaum steigen, nachdem der Exportzoll aufgehoben wurde, denn Händler müssen vor der nahenden Ernte ihre Lagerbestände räumen. Am vergangenen Freitag hatte Moskau den Zoll auf Weizenexporte auf Null gesetzt, es gibt aber Pläne, dass ab dem 01. Juli eine andere Methode zur Berechnung eines Zollsatzes zum Tragen kommt. Der Kurs des Rubels hatte sich zudem gefestigt, sodass eine Inflationsgefahr, weshalb man den Zoll auf Weizen eingeführt hatte, offensichtlich vorerst gebannt ist.
Ein Vorschlag für die Zoll-Berechnung sieht vor, dass man einen USD pro Tonnen Weizen abschöpfen will, sobald der Inlandspreis 12.000 Rubel oder $242/Tonnen übersteigt. Forward preise für Weizen mit 12,5 % Protein ab Schwarzmeerhäfen werden in dieser Woche mit $189/Tonnen fob benannt. Das sind $2-3/Tonne weniger als in der Vorwoche. Alterntiger Weizen kostet derzeit $190 bis $193/Tonne. Im europäischen Teil Russlands kostet Weizen der Klasse III 9.175 Rubel/Tonne, 50 Rubel mehr als in der Vorwoche.
Die russische Getreideernte 2015 wird vom Ministerium auf bis zu 100 Mio. Tonnen geschätzt, 5 Mio. Tonnen unter der Rekorderntemenge in 2014. Die Regierung hat im laufenden Interventionsprogramm seit dem Start im Herbst 2014 850.000 Tonnen in staatliche Läger aufgenommen. Diese Zahl beinhaltet 66.100 Tonnen, die in der letzten Woche hinzukamen.