Der russische Agrarminister teilte heute gegenüber der Nachrichtenagentur TASS mit, dass, wie er sie nennt, “Offshore-Firmen“, in ihrer Handlungsfreiheit für den Export russischen Getreides beschränkt werden sollen.
Russland hat seit Beginn der diesjährigen Vermarktungssaison am 1. Juli bereits 19 Mio. Tonnen Getreide ins Ausland verladen. Der Minister gab die Zielmenge für den Export aus der letzten Ernte mit 30 Mio. Tonnen an. „Das einzige, was wir regulieren werden sind die Verkäufe über Offshore-Unternehmen“, sagte er heute der Presse. Den Begriff „Offshore-Unternehmen“ hat der Minister nicht näher definiert. Internationale Marktbeteiligte vermuten, dass damit Firmen mit Sitz in Moskau gemeint sind, die über ihre Büros in der Schweiz Kunden in Nordafrika und dem Mittleren Osten bedienen. Ein generelles Exportembargo schloss der Minister aus.
Der russische Pflanzengesundheitsdienst überlegt aber, Parteien aus „Drittländern“ keine Exportlizenzen mehr zu erteilen. Als Mittel der letzten Wahl kämen auch variable Zollsätze zum Zuge, um die Exportmengen zu begrenzen.
Durch die Überlegungen der Regierung in Moskau haben russische Exporteure in der letzten Woche ihren Weizen billiger offeriert. Am Schwarzen Meer wurde Weizen mit 12,5 % Protein gegenüber der Vorwoche um $5,5/Tonne billiger zu einem Preis von $258,5/Tonnen fob angeboten. Den russischen Marktteilnehmern bietet die Staatsbank Sonderkredite, damit Rinderhalter, Müller, Bäcker und Farmer Getreide und Mehl kaufen können.
Die großen russischen Banken sind durch westliche Sanktionen wegen Moskaus Rolle in der Ukraine-Krise hart getroffen, wodurch die Finanzierung über den internationalen Kapitalmarkt begrenzt ist.