Russlands Funktionäre sind sich nicht darüber einig, ob auf Düngerexporte ein Zoll erhoben werden soll. Durch die Wirtschaftskrise, den fallenden Ölpreis und die Sanktionen des Westens wegen der Ukrainekrise leiden Russlands Landwirte unter hohen Zinsen und gestiegenen Kosten für Betriebsmittel. Der Landwirtschaftsminister will den Landwirten finanziell unter die Arme greifen und das mit Exportzöllen auf Düngemittel finanzieren. Seitens der russischen Kartellbehörde bestehen keine Bedenken gegen diesen Schritt.
Es gibt aber Widerstände aus Regierungskreisen, berichtet heute die Nachrichtenagentur Interfax. Man befürchtet, dass die Aktien des weltweit größten Kalianbieters Uralkali fallen könnten. Auch die Aktien der Phosagro, Acron, Eurochem und Uralchem wären betroffen.
Trotzdem wollen der Agrarminister, das Kartellamt und der Industrieminister ihren Vorschlag bei der Duma einbringen. Danach soll ab 1. März ein Zollsatz von 35 % auf alle Düngemittelausfuhren erhoben werden.
Der CEO von Phosagro, Andrei Guryev, meint, dass sich ein Exportzoll negativ auf die Investitionen der Branche auswirken würde, zumal sich schon die Sanktionen des Westens die Branche hart getroffen hätten.