Im Vergleich zum Februar im Vorjahr sind die russischen Exporte kurz vor Ende des Monats um 57 % gefallen. Am 1.Februar hatte Russland, der bedeutendste Weizenlieferant für Nordafrika und dem Mittleren Osten, einen Exportzoll in Höhe von mindestens 35 €/Tonne erhoben. Das sollte bewirken, dass die Lebensmittelpreise in Russland, die aufgrund des Wertverfalls des Rubel und des Rohölpreises die Kaufkraft der russischen Bevölkerung herausfordern, nicht weiter steigen.
Der stellvertretende Ministerpräsident Arkady Dvorkovich sagte heute Morgen im Osten Sibiriens, man wolle in zehn Tagen die Höhe des Zolls überprüfen, wenn die endgültigen Februar-Zahlen vorliegen. In den ersten 25 Tagen im Februar exportierte Russland 869.000 Tonnen Getreide und davon 322.000 Tonnen Weizen. Trotz aller bisherigen Maßnahmen sind die Getreidepreise in Russland seit drei Wochen weiter angestiegen.
Das russische Agrarministerium schätzt, dass in der Vermarktungssaison 2014/15 28,5 Mio. Tonnen, davon 20 Mio. Tonnen Weizen exportiert werden. Seit dem 1. Juli wurden bereits 24,2 Mio. Tonnen Getreide und davon 18,8 Mio. Tonnen Weizen exportiert. Die russischen Getreidevorräte per 30. Juni 2015 werden zuständigen Minister auf 17 Mio. Tonnen geschätzt, davon 8 Mio. Tonnen Weizen.