Das Beratungsunternehmen SovEcon schätzt, dass in Russland die Weizenpreise steigen, sobald die Exportzölle herabgesetzt werden. Eine solche Entscheidung wird Mitte Mai erwartet. Möglicherweise wird der Zollsatz zunächst auf „Null“ gesenkt, wovon insbesondere die südlichen Exportregionen profitieren würden. Die Regierung in Moskau überlegt einen neune Mechanismus mit floatenden Zollsätzen einzuführen. Das würde für russische Exporteure ein höheres Risiko und für Farmer niedrigere Einkommen bedeuten.
Zuletzt standen die Weizenpreise in Russland noch unter Druck, denn das Angebot nahm zu, da man auf den Betrieben Platz für die neue Ernte schaffen muss. Für Klasse III-Weizen im europäischen Teil Russlands sank der Preis um 125 Rubel auf 9.125 Rubel/Tonne. Forward-Preise am Schwarzen Meer für Weizen der neuen Ernte wurden mit $195/Tonne angegeben.
Nach Angaben des russischen Landwirtschaftsministeriums hat Russland in der zu Ende gehenden Vermarktungssaison 27,7 Mio. Tonnen Getreide exportiert, darin enthalten sind 20 Mio. Tonnen Weizen. SovEcon behielt seine Schätzung für das Erntejahr 2015 auf 93 Mio. Tonnen bei, obwohl die Aussaat des Sommergetreides verspätet war. Die Vegetationsbedingungen waren dank des warmen April-Wetters gut. Die inländischen Handelsvolumen werden in den kommenden.