Die Schweinepreise an der Chicagoer Börse erreichten letzte Woche ein Vier-Jahres-Tief. Der starke US-Dollar erschwerte die Exporte aus Amerika insbesondere nach China. Durch einen Hafenarbeiterstreik an der Westküste türmen sich große Bestände in den Kühlcontainern in den Hafenplätzen.
Im letzten Jahr folgten die Schweinepreise den hohen Preisen für Rindfleisch, was die Rinderherden schrumpfen ließen, während ein Virus die Schweinebestände dezimierte. Seither sind die Preise kontinuierlich gefallen, weil Verbraucher auf Geflügelfleisch auswichen. Der Preiskollaps sollte nach Meinung von Analysten jetzt aber vorbei und die Preise wieder wettbewerbsfähig sein und die Gunst der Verbraucher zurückerobern.
Die Hochpreisphase führte in den USA zu einem regelrechten Boom beim Bau von Schweinemastanlagen, um den von Virus, der in 27 US-Staaten 8,5 Mio. Ferkel tötete, dezimierten US-Schweinebestand zu regenerieren. Der Bauboom löste einen raschen Anstieg des US-Schweinebestands aus. Im September zählte man noch 65,1 Mio. Schweine – ein acht-Jahres-Tiefstand, während man im Dezember schon 66,1 Mio. Schweine im Bestand hatte. Die Produktion in 2015 wird gegenüber dem Vorjahr um 4,6 % wachsen, so die USDA Prognose.
Für die Mäster kommt jetzt eine harte Zeit, so ein Rabobank Analyst. Die großen Schwankungen im Angebot und bei den Preisen betrifft nämlich auch die Schlachtindustrie. Während der Hochpreisphase hatte die Firma Tyson Foods die Marke Hillshire zu überteuerten Kursen gekauft. Im letzten Monat gab es bereits eine Gewinnwarnung für Tyson und man benötigt dringend bessere Handelsspannen.
Trotz der gesunkenen Preise ist auch die Nachfrage von China gesunken, wo US-Exporteure traditionell gut im Geschäft sind. 2014 verringerten sich die Schweinefleischexporte aus den USA nach China um 34 %. Da die vorher hohen US- Preise China in die Arme europäischer Lieferanten trieb. Zudem gab es Probleme mit dem Einsatz von Wachstumshormonen. 25 US-Firmen und Schlachtanlagen sind auf dem Index der Chinesen.
In China selber gibt es auch Probleme. Die Wirtschaft wächst langsamer und der Schweinefleischkonsum sank sogar um 9 %. Währenddessen steigt die chinesische Schweinproduktion auf 735 Mio. Schweine, das sind 2,7 % mehr als in 2013. Der Schweineboom in China gilt schon länger als überhitzt, denn bereits seit 13 Monaten in Folge verlieren die Mäster Geld.
