Der Fernfahrerstreik in Brasilien spitzt sich weiter zu, unterbricht damit die landesweite Versorgung und treibt die Notierungen für Sojabohnen in der vierten Woche in Folge nach oben. Der Einfluss, der größten Sojabohnenernte, die Südamerika jemals hervorgebracht hat, verliert auf den ersten Blick an Bedeutung.
Inzwischen streiken die Trucker neun Tage lang und der Polizei und den Politikern gelingt es nicht, mit Drohungen und Geldstrafen den Streik zu beenden. Der Streik startete in Mato Grosso, der bedeutendsten Anbauregion für Sojabohnen, und nun sind es schon 91 Straßenblockaden in neun Bundesländern.
Trotz der dramatischen Situation werden die Kurse der Sojabohnen über kurz oder lang wieder unter Druck geraten, denn eine Rekordernte in Südamerika und die sehr große Produktion der letzten US-amerikanischen Ernte werden den Markt bald wieder unter Druck setzen, sagt heute Morgen ein Analyst aus Melbourne Australien.
Sowohl die brasilianische Sojabohnenernte, als auch die bevorstehende in Argentinien sind erneut nach oben geschätzt worden. Agroconsult schätzt die brasilianische Ernte nun auf 94,7 Mio. Tonnen, 828.000 Tonnen mehr als im Januar. Und die argentinische Regierung schätzte ihre Erntemenge gestern auf 58 Mio. Tonnen gegenüber der Januarschätzung von 53,4 Mio. Tonnen sind das immerhin 8,5 % mehr.
