Der französische Marktanalyst FranceAgrimer hat gestern seine Prognose für Weizenexporte aus Frankreich in Länder außerhalb der EU nun zum dritten Mal in Folge angehoben. Eine starke Nachfrage aus Ägypten und der schwache Euro unterstützen die Exportaktivitäten aus Frankreich, dem größten Weizenproduzenten in der EU. Gestern lag die Exportprognose für Lieferungen in Länder außerhalb der Union bei 8,8 Mio. Tonnen, gegenüber 8,5 Mio. Tonnen vor einem Monat.
Damit bleibt Frankreich aber immer noch 28 % hinter dem Exportergebnis des Vorjahres zurück, aber auch deutlich über den 8 Mio. Tonnen, die noch zu Beginn der Vermarktungsperiode erwartet wurden. Der größte Käufer ist Ägypten, der bisher insgesamt 1,32 Mio. Tonnen importierte, weitere Lieferanten für das Land am Nil waren Rumänien und Russland. Die Gemeinschaftswährung steht auch heute wieder unter Druck und hat inzwischen ein 9-Jahres-Tief erreicht, was in Märkten, die meist in US-Dollar gehandelt werden, ein regelrechtes Exportprogramm darstellt.
Experten vermuten, dass mit der Erhebung von Exportzöllen in Höhe von mindestens 35 €/Tonne für russisches Getreide ab Februar, Deutschland die Exportmärkte bedienen wird. Frankreichs Weizen, der in dieser Saison für die Bedürfnisse der Käufer in Nordafrika qualitativ nicht befriedigt, könnte dann die deutsche Futterindustrie bedienen.
FranceAgrimer kürzt auch seine Prognose für Frankreichs Weizen-Endbestände auf nun 4,34 Mio. Tonnen von 4,55 Mio. Tonnen im Vormonat. Dieser Bestand wäre der höchste seit 10 Jahren. Auch der Endbestand von Mais ist so hoch wie seit 22 Jahren nicht mehr.