Politische Spannungen zwischen dem Iran und Russland stellen offensichtlich keine unüberwindlichen Hürden mehr für den Getreidehandel mit den USA dar. Exportzahlen des USDA hatten am Freitag 66.000 Tonnen Mais-Exporte, die ersten Lieferungen seit drei Jahren, an den Iran sowie 83.200 Tonnen Sojabohnen an Russland ausgewiesen. Das darf nicht als den Beginn eines Trends gewertet werden, so das US-Brokerhaus Jeffries Bache, vielmehr ist es ein Zeichen dafür, dass die üblichen Lieferketten nicht gut funktionieren. Die Feindschaft zwischen dem Iran und den USA geht zurück auf das Jahr 1979, als die islamische Revolution die Monarchie beendete.
Im November waren von den USA geleitete Verhandlungen zum Iranischen Nuklearprogramm gescheitert. Die laufende Verhandlungsrunde endet nun am 30. Juni 2015. Bereits im letzten Sommer haben europäische Händler von einer vorsichtigen Öffnung des Bankensektors zu dem islamischen Land profitiert. Dem Iran war es aber zu keiner Zeit verwehrt, im Westen Lebensmittel zu kaufen.
In der vergangenen Woche hat Russland, wegen der Ukrainekrise ebenfalls im Streit mit den USA und vielen anderen westlichen Ländern, 83.200 Tonnen Sojabohnen aus den USA gekauft. In den Monaten zuvor stand Russland auch schon auf der Liste der Empfängerländer. Russlands letzte Sojabohnenernte litt unter massiven Regenfällen. Quelle Reuters