Die Ukraine wird im April eine Delegation nach China schicken, die einen neuen Abschluss unter anderem über Maislieferungen zum Ziel hat. Das sagte gestern der ukrainische Landwirtschaftsminister Oleksiy Pavlenko gegenüber der Presse. Die Ukraine habe in dieser Saison einen im Jahre 2012 abgeschlossen Darlehensvertrag mit Getreidelieferungen erfüllt.
Die ukrainischen Maisexporte nach China beliefern sich in 2014 auf nahezu 1 Mio. Tonnen. Der Minister sieht die Möglichkeit, die Liefermenge zu verdoppeln. Daneben sollen auch Geflügelprodukte geliefert werden.
Die Ukraine wird in der Saison 2014/15 mit 16 Mio. Tonnen der viert-größte Maisexporteur der Welt sein. In der vorherigen Saison waren es laut dem IGC 19,9 Mio. Tonnen. Um die verloren gegangenen Umsätze mit Russland zu kompensieren, will die Ukraine den Handel auch mit der Europäischen Union ausweiten. Hierfür werden jetzt Gespräche über Lieferquoten in Bezug auf Weizen, Mais, Rapssaat sowie Fleisch aufgenommen.
Die Ukraine prognostiziert für 2014/15 einen Getreideexport in Höhe von 37 Mio. Tonnen, die Landwirte neigen aber dazu, ihre Getreidebestände so lange wie möglich zu halten, um sich vor der Abwertung des Hrywnja zu schützen. Deshalb könnten die Exporte auch niedriger ausfallen, da am Ende der Vermarktungsperiode durch einen Vermarktungsstau logistische Probleme wahrscheinlich sind.
Die Ukraine möchte zudem lieber höherwertige Produkte exportieren. Deshalb wurde auf Sonnenblumensaat eine Steuer erhoben, um lieber Sonnenblumen-Öl exportieren zu können. So kann im Land eine zusätzliche Wertschöpfung erfolgen, die Steuereinnahmen und Jobs ermöglichen.
Der Minister sagte, dass der Winter bisher eher mild war und dass in den letzten zwei Wochen auch genügend Regen gefallen war. Die Bodenfeuchte ist so gut wie in den letzten sieben Jahren nicht. Dadurch habe auch das Sommergetreide ein gutes Ertragspotential. Wintergetreide sei zu 82 % in guter Verfassung und nur 13 % seien gefährdet. Farmer könnten die Anbaufläche von Mais reduzieren, da die Betriebsmittel relativ hoch sind und die abgewertete Währung zu höheren Kosten führt. Dennoch geht die Regierung von einer stabilen Maisanbaufläche aus.