Am Ende der letzten Woche wurde Weizen der Klasse III im europäischen Teil Russlands ab Verladestation mit 9.950 Rubel/Tonne ($1873/Tonne) bewertet. Das waren 350 Rubel weniger als in der Vorwoche. In einem Brief an den stellvertretenden Premierminister teilen die Exporteure mit, dass damit der Erlös für Weizenverkäufe die Produktionskosten gerade noch abdeckt. Nun bitten sie die Regierung, die Zollsätze schon früher aufzuheben.
Die Rechnung der russischen Regierung ist aufgegangen, die Inflation und den Auftrieb der Lebensmittelpreise in Russland durch die Erhebung von Exportzöllen auf Weizen zu begrenzen. Für die großen Exporteure des Landes bereitet die Unsicherheit darüber, wie lange der Exportzoll bleibt, allerdings große Probleme. Seit dem 1. Februar bis zum 30.Juni gilt für Weizen ein Zollsatz von mindestens 35 Euro/Tonne. Üblicherweise werden bereits zu diesem Zeitpunkt Forward-Verträge für den Export der nächsten Ernte abgeschlossen. Preise für 12,5 %igen Weizen ab Schwarzmeerhafen liegen derzeit bei $206/Tonne für die neue Ernte und $212/Tonne für die alte Ernte.
Wenn der Zollsatz bis zum 30. Juni aufrechterhalten wird, werden von März bis Juni noch 5,3 Mio. Tonnen Getreide aus Russland exportiert. Das sind 1,5 Mio. Tonnen weniger als in der gleichen Periode im Vorjahr. Für die russischen Farmer wird die Nachfrageflaute inzwischen zu einem Problem.