U.S. Maisexporte erfahren derzeit eine erfreulich gute Nachfrage aus Südamerika. Damit können die in Asien und insbesondere in China verloren gegangenen Marktanteile kompensiert werden. In der Vermarktungssaison 2015/16 werden die Exporte aus den USA durch das gesteigerte Kaufinteresse aus Kolumbien und Peru um 2 Mio. Tonnen höher auf 48,26 Mio. Tonnen eingeschätzt. Niedrige Preise sind die Ursache für die bessere Nachfrage aus ganz Südamerika. Derzeit notieren die Mais-Futures am CBoT nahe einem 5-Jahres-Tief aufgrund der sehr großen weltweiten Produktion.
Die U.S. Verkäufer befinden sich allerdings in einem Preiskampf mit Anbietern aus anderen Überschussregionen. Während die U.S. Mais Exporte im Zeitraum September 2014 bis 7. Mai 2015 um 5% gefallen waren, sind die Verladungen nach Peru im gleichen Zeitraum um 80 % gestiegen. Das USDA schätzt, dass die Verladungen nach Peru bis weit in die kommende Vermarktungssaison, die am 1. September 2015 beginnt, anhalten werden und mehr als 2 Mio. Tonnen erreichen können.
Üblicherweise kauft Peru seinen Importmais in Argentinien, aber die Exportzölle aus dem Nachbarland begünstigen Lieferungen aus den USA. U.S. Verladungen nach Kolumbien, wo die Geflügelmast stetig zunimmt, könnten auf eine Rekordmenge von 4,5 Mio. Tonnen kommen. Die Bevölkerung ernährt sich zudem immer mehr von Schweinefleisch zulasten von Reis und Bohnen.
Billige Mais Offerten am Weltmarkt aus Argentinien und Brasilien sowie der Ukraine bedrohen die U.S. Dominanz in den angestammten asiatischen Absatzregionen wie Korea und Taiwan. Taiwan bezog kürzlich 130.000 Tonnen Mais aus Brasilien zu einem Preis, der $10/Tonne unter den U.S. Offerten lag. Chinas Einkäufer - China wurde bisher als größter Wachstumsmarkt gesehen - werden in der kommenden Saison wohl nur noch 500.000 Tonnen Mais aus den USA beziehen. In 2013/14 waren es noch 3 Mio. Tonnen. Eine große chinesische Ernte kann den Inlandsbedarf fast decken. Der Absatz aus den USA nach China ist nahezu dicht.