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08.20
15:38

Augenmerk schwenkt auf deutsche Weizenernte

Das Ende der Weichweizenernte in Frankreich zeigt enttäuschende Ergebnisse beim größten Erzeuger in der EU. Damit wandert das Augenmerk jetzt auf Deutschland, wo bessere Bedingungen einen erwarteten Rückgang der EU - Produktion einschränken könnten.
Es wird erwartet, dass die französische Ernte gegenüber dem Vorjahr um rund ein Viertel auf 29 bis 30 Millionen Tonnen sinken wird, nachdem heftige Niederschläge im Herbst die Aussaat behinderten und die Dürre im Frühjahr die Erträge beeinträchtigte.
In Verbindung mit wetterbedingten Ernten bei den großen Produzenten Rumänien und Großbritannien könnte dieser französische Rückschlag die Weichweizenproduktion in der EU-27 plus Großbritannien nahe an das vor zwei Jahren von Dürre betroffenes Volumen von 128 Millionen Tonnen bringen.
"Die EU-Ernte zeigt starke Kontraste", so Nathan Cordier von Agritel.
"Die Produktion in Frankreich, Großbritannien und Rumänien/Bulgarien wird stark sinken, kann nicht durch bessere Erträge in Polen oder den baltischen Ländern kompensiert werden."
In Frankreich war die Weichweizenernte FranceAgriMer am Montag zu 99% abgeschlossen. Der heiße, trockener Juli ermöglichte eine schnelle Feldarbeit. Neben sehr gemischten Erträgen hatte der französische Markt mit späten Abwärtskorrekturen beim Weizen zu kämpfen, die mit der regenbehinderten Aussaat und Verzögerungen bei der Erfassung von Betriebsdaten während der Coronavirus-Krise verbunden waren.
"In Bezug auf die Produktion wird es ein bisschen wie 2016", sagte ein französischer Makler und bezog sich auf Frankreichs schlechteste Ernte seit 30 Jahren.
"Der Vorteil dieses Jahres ist, dass die Erntequalität anständig aussieht."
Da der Markt darauf wartet, dass die Ernte in Großbritannien in Gang kommt, wo es wie in Frankreich zu starken Regenfällen kam, kann die deutsche Ernte nach einem günstigen Frühsommerregen bessere Ergebnisse liefern.
"Ich halte es für möglich, dass etwa 80% der deutschen Weizenernte am Wochenende beendet werden", sagte ein Getreideanalyst und fügte hinzu, dass die Ernte nächste Woche abgeschlossen werden könnte, wenn warmes, trockenes Wetter herrsche.
Die Marktprognosen für die Erntegröße lagen im Bereich von 21 bis 22,6 Millionen Tonnen, nach 23,0 Millionen im Jahr 2019 nach einer Verringerung der Anbaufläche, wobei jedoch gute Erträge erwartet wurden.
Händler haben diese Woche eine Prognose von 20,2 Millionen Tonnen vom deutschen Statistikamt auf der Grundlage alter Daten heruntergespielt.
"Derzeit ist die Weizenqualität normal und weist in einigen Regionen einen leichten Proteinabfall auf, der jedoch durch gute Testgewichte ausgeglichen wird", fügte der Analyst hinzu.
Qualitätskriterien wie der Proteingehalt bestimmen die Eignung von Weizen zum Mahlen und den Zugang zu bestimmten Märkten in Übersee.

Quelle
Hansa Terminhandel GmbH
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