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12.16
14:25

Biotreibstoffproduzenten fühlen sich von der EU Kommission betrogen

Europas Biotreibstoff-Hersteller teilten heute mit, dass die von der EU vorgeschlagene Halbierung des Pflanzenbasierten Biotreibstoffs bis 2030 eine 100%-Wende von der bisherigen Politik sei. Wenn der Vorschlag so umgesetzt wird, seien Jobs in Gefahr und der Import von Rohöl würde stark steigen.
In einem Reformentwurf zum Energiemarkt hatte die EU-Kommission vorgeschlagen, dass der Einsatz von pflanzenbasiertem Biotreibstoff der ersten Generation von derzeit 7 % auf 3,8 % am Gesamtbedarf im Jahr 2021 sinken soll.
Die Biotreibstoffhersteller fühlen sich von der Kommission betrogen, da sie alle Investitionen die in Vertrauen auf die EU-Politik gemacht wurden missachte, so der Generalsekretär von ePure, einer Gruppe von Ethanol-Produzenten in Europa.
ePure schätzt, dass seit 2003, als die EU ihre Biotreibstoffpolitik begann, 16 Mrd. Euro in Anlagen zur Herstellung von Biotriebstoffen investiert wurden. Die Politik wollte in erster Linie die CO2 Emissionen im Transportsektor senken und die Abhängigkeit von fossilen Treibstoffen mindern. Es gibt aber immer mehr Kritiker, die den Landverbrauch und den Einsatz von Lebensmitteln zu Brennstoffen verurteilen.
Biodiesel wird in der EU in erster Linie aus Rapssaat hergestellt, die Umsetzung des vorliegenden Plans würde die Produktion von proteinreichem Rapsschrot verringern, das als wertvolles Viehfutter das große Proteindefizit in der EU begrenzt.
Den Ausschluss von Biotreibstoffen der ersten Generation würde zudem dazu führen, dass mehr fossile Brennstoffe importiert werden müssen, sofern die Biotreibstoffe der zweiten Generation nicht rechtzeitig Verfügbar sind. Einige Hersteller bezeichnen den Kommissionsvorschlag als Todesurteil vieler Investoren.
Umweltschützern geht der Vorschlag allerdings noch nicht weit genug. Er bedeutet, dass bei weiter steigendem Verkehrsaufkommen Autos und LKW im Jahr 2030 mindestens genauso viel Palmöl und auf Lebensmitteln basierte Treibstoffe verbrauchen, wie heute.
Insgesamt hatten 2014 Biotreibstoffe einen Marktanteil von 4,9 % in der EU.
Der Vorschlag muss noch von den nationalen Parlamenten und dem EU-Parlament angenommen werden. Er unterscheidet auch nicht zwischen Ethanol- und Biodieselerzeugung. Darüber können die nationalen Parlamente selber bestimmen.

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