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Der CME-EU-Weizenfuture braucht ein zweit Chance

Nach einem brillanten Start, sind die Handelsaktivitäten des neuen CME-EU-Weizenkontraktes zuletzt deutlich gesunken. Die Chicago Mercantile Exchange (CME) wollte mit ihrem neuen kontrakt auf EU-Weizen die etablierte Euronext herausfordern. Die besonderen Marktbedingungen in Frankreich haben allerdings dafür gesorgt, dass der Versuch vorerst fehlschlug. Die CME hofft nun darauf, dass die nächste Weizenernte in Frankreich normal verläuft und man dann in Europa einen Fuß in die Tür setzen kann.
Der seit September in Chicago gelistete Terminkontrakt auf EU-Weizen hatte die Marktteilnehmer in Europa in den ersten Wochen mit einem imposanten Handelsvolumen beeindruckt. Damit war die erste Hürde für den europäischen Markteintritt überschritten. Andere Newcomer waren bereits an dieser Stelle gescheitert.
Das tägliche Handelsvolumen ist seither aber gesunken, da die Marktteilnehmer in Europa für sie ungewohnte Notierungen vorfanden, die nur die besonderen französischen Marktbedingungen nach einer Missernte widerspiegelte.
Auch die etablierte Börse Euronext hatte mit den Besonderheiten der diesjährigen Weizenernte zu kämpfen und in den vergangenen Monaten deutlich weniger Weizenfutures umgeschlagen. Beide Börsen hoffen jetzt auf die Normalisierung der Weizenernte 2017 in Frankreich und blicken auf die vier Terminkontrakte des neuen Erntezyklus. Dann wird es einen wirklichen Test geben, welcher der beiden Kontrakte der beste für Europa ist.
Die wenigen Nutzer des Dezmber-16-Termins haben jetzt schon mal die Chance genutzt, das innovative Andienungsverfahren des CME-Futures auszuprobieren. 65 Lots wurden mittels eines Lagerscheins angedient, der dem Käufer das Recht einräumt, den Weizen auch zu einem späteren Termin abzuholen, was von dem Liefersystem der Euronext abweicht und sich später als vorteilhaft herausstellen könnte. Andere Futures wurden als „Against Actuals“ noch vor der Fälligkeit außerbörslich abgewickelt.
Dass die Getreideernte 2016 in Europa und insbesondere in Frankreich total untypisch verlief, hat auch die Euronext zu spüren bekommen. Das tägliche Handelsvolumen 2106 lag mit durchschnittlich 36.000 Lots 1 % unter dem des Vorjahres und die guten Umsätze vom Jahresstart werden von den schwachen der letzten Monate relativiert. Im September wurden sogar 30 % weniger Futures umgeschlagen.
Der CME-EU-Weizen hat ein tägliches durchschnittliches Handelsvolumen von 1.100 Lots. Das ist immer noch das Hauptargument gegen CME und für den Euronext-Kontrakt. Allerdings ist der CME-Kontrakt nicht illiquide und der Markt könnte ihm noch eine Chance geben. Bisher sagen die meisten Händler aber noch, dass sie der Euronext treu bleiben wollen.

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