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07.18
12:24

Erbsen statt Sojaschrot – Kanada beliefert China mit Hülsenfrüchten

Indien, der weltweit größte Importeur von Hülsenfrüchten, wird nach der Anhebung von Importsteuern so wenig davon einführen wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr. Das hat einen massiven Einfluss der großen Anbieter der Welt.
Die Beschränkung der Einfuhren ist ein Teil des Plans der Regierung, die Subventionen für Hülsenfrüchte wie Erbsen und Linsen zu begrenzen. Farmer in Kanada, Australien und Russland hängen maßgeblich von dem Kaufinteresse aus Indien ab und müssen sich jetzt andere Absatzmärkte suchen oder weniger Hülsenfrüchte anbauen.
Indiens Hülsenfrüchte-Importe sinken im Wirtschaftsjahr 2018/19, das am 1. April startete, um fast 80 % auf 1,2 Mio. Tonnen. Das ist der niedrigste Wert seit 2000/01. Höhere Qualitätsanforderungen und Importsteuern bewirken diesen starken Rückgang.
Indien hat für einige Hülsenfrüchte die Importzölle auf 50 % angehoben und für andere feste Importmengen fixiert. Im Wirtschaftsjahr 2017/18 importierte der Subkontinent 5,68 Mio. Tonnen im Wert von 3 Mrd. USD. Das waren bereits 15 % weniger als im Jahr zuvor. Während die Importe zunahmen stieg auch die Produktion im Inland und die Ernte 2017/18 war mit 24,51 Mio. Tonnen fast doppelt so groß, wie vor zehn Jahren.
Die Überversorgung löste einen Preisrutsch bei gelben Erbsen aus, die ca. 1/3 der Importmenge ausmachen. 2016 lagen die Preise noch bei 475USD/Tonne, jetzt liegen sie bei 282 USD/Tonne.
Am lokalen Markt in Indien werden die Hülsenfrüchte derzeit 30 % unter dem staatlichen Mindestpreis angeboten. Die Regierung will nun die staatlichen Vorräte abbauen. Das ist aber nicht möglich, wenn weiterhin billige Importe das Angebot beherrschen. Daher die höheren Importzölle. Außerdem braucht man Platz um die nächste Ernte aufnehmen zu können.
Indien importierte in 2016/17 6,6 Mio. Tonnen aus Australien und Kanada. In Nordamerika wurde der Anbau bereits um 14,5 % zurückgefahren. Jetzt will Kanada mehr Erbsen nach China liefern, die auf der Suche in Folge des Handelsstreits mit den USA nach Alternativen für Sojaschrot als Schweinefutter sind. So könnte Kanada auch in Mexiko einen dankbaren Abnehmer finden.
Australische Anbieter erwarten keine schnelle Rückkehr von Indien am Weltmarkt und man versucht nun Käufer in anderen asiatischen Ländern und dem Mittleren Osten zu finden. Das könnten Pakistan, Bangladesch und andere Länder sein, deren Speisepläne überwiegend vegetarisch dominiert sind.
Text: HANSA Terminhandel GmbH /

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