19.
06.14
11:29

EU macht USA den Spitzenplatz als Weizenexporteur streitig

In der kommenden Vermarktungssaison könnte die EU zum größten Weizenexporteur der Welt aufsteigen und damit die USA entthronen. Durch günstigere Frachtraten haben EU-Exporteure den besseren Zugang zu den großen Importnationen in Nordafrika und im Nahen Osten.
Dadurch verloren die USA viele Aufträge aus Ägypten. Außerdem dominieren inzwischen die Ukraine und Russland in den Ländern des Nahen Osten, wo derzeit politische Unruhen herrschen. Im internationalen Getreidemarkt gibt es offensichtlich keine Besitzstände mehr. Davon profitierte in der nun zu Ende gehenden Vermarktungsperiode auch Deutschland. Aus den letzten Exportzahlen der EU wird deutlich, dass über norddeutsche Seehäfen mehr Weizen exportiert wurde, als aus Frankreich. Deutsche Lieferungen in den Iran trugen zu dieser Entwicklung maßgeblich bei. Bisher kaufte der Iran in den USA immer, wenn von dort politischer Druck ausgeübt wurde.
Das USDA prognostiziert US-Weizenexporte für 2014/15 auf 25,2 Mio. Tonnen, das wäre das kleinste Volumen seit fünf Jahren. Weizenlieferungen aus der EU werden auf 28 Mio. Tonnen veranschlagt. Die zweitgrößte Exportmenge seit 2013/14, dem bisherigen Rekord (30 Mio. Tonnen).
Der US-Weizenanbau ging seit den frühen 80er Jahren kontinuierlich zurück. Damals wurden noch 48 Mio. Tonnen Weizen exportiert; danach verlor der Weizenanbau zugunsten von Mais- und Sojafrüchten durch Fortschritte in der Züchtung an Bedeutung.
Im Gegensatz dazu nahm die Bedeutung der EU als Weizenexporteur zu, als Rumänien der Gemeinschaft beitrat. Rumänien wurde in der laufenden Saison einer der bedeutendsten Lieferanten für Ägypten begünstigt dadurch, dass die Weizenernte der Türkei unter Trockenheit litt.
Auch der asiatische Markt wird sowohl von den USA als auch von der EU umworben. So blickt die Süd-Koreanische Mischfutterindustrie derzeit mit Interesse auf die große Getreideernte im Schwarzmeerraum. Die Ausschreibungen sind aber immer häufiger offen für beliebige Herkünfte und so entscheiden meist die geographische Lage und damit die Frachtkosten über den Zuschlag.

Rückrufservice
Beschreiben Sie bitte Ihr Anliegen, damit wir uns auf den Rückruf vorbereiten können.
Ja, ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen und willige ein, dass die von mir angegebenen Daten inklusive der Kontaktdaten zwecks Bearbeitung der Anfrage und für den Fall von Anschlussfragen elektronisch erhoben und gespeichert werden. Meine Daten werden dabei nur streng zweckgebunden zur Bearbeitung meiner Anfrage genutzt und nicht ohne Einwilligung weitergegeben. Diese Einwilligung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden.

Jetzt registrieren

Jetzt registrieren und ZMP Live+ 14 Tage kostenlos testen!
  • Dauerhaft kostenfrei
  • Keine Zahlungsinformationen erforderlich