09.
10.18
12:41

EU will mit USA Rindfleischimporte neu verhandeln

Die EU-Staaten neigen dazu, mit den USA Verhandlungen über Fleischimporte aufzunehmen. Das könnte die Spannungen im Handelskonflikt mit den USA lindern.
Die EU-Kommission sucht derzeit die Zustimmung seiner 28 Staaten, um bereits schon im November Verhandlungen mit den USA aufzunehmen. Nächste Woche könnte der Deal stehen.
Das Fleischabkommen ist offiziell kein Bestandteil der Absprachen aus dem letzten Juli zwischen US-Präsident Donald Trump und Kommissionspräsident Jean Claude Juncker. Trumps Ziel ist es, das 151 Mrd.-Handelsbilanzdefizit mit der EU zu reduzieren. Ein Fleisch-Deal könnte die Handelsbilanz entlasten und Trump vor der US-Landbevölkerung einen Achtungserfolg einbringen.
Die 28 EU-Staaten werden in den Verhandlungen von der Kommission vertreten. Sollte mehr hormonfreies US-Rindfleisch in die EU kommen, müssten andere maßgebliche Lieferländer zurückstehen.
Die Verhandlungen mit den USA führen ein Abkommen zur Einfuhr von hormonfreiem Rindfleisch fort. 1981 verbot die EU die Einfuhr von Fleisch, das mit Wachstumshormonen erzeugt wurde. Im Jahr 2009 vergab die EU Quoten für 45.000 Tonnen Rindfleischeinfuhren. Die WHO hatte damals aber verfügt, dass die Quoten auch von anderen Staaten erfüllt werden dürfen.
Der US-Anteil sank von ursprünglich 100% auf zuletzt 30%. Die anderen Einfuhrquoten wurden von Australien, Uruguay und Argentinien erfüllt. EU-Diplomaten gehen davon aus, dass die USA bald 40 oder 50% liefern können.
Da Argentiniens Importanteil unter 10% liegt, was für die Verhandlungen zu wenig ist, um dort Mengen zu kappen, muss die EU-Kommission nur Australien und Uruguay erklären, dass bald weniger zollfreies Rindfleisch geliefert werden darf. Die EU-Quoten wurden stets innerhalb von zwei Wochen erfüllt, sodass mehr zollfreies US-Rindfleisch bereits in wenigen Wochen in die EU gelangen könnte.
Derzeit liefert die USA Rindfleisch im Wert von 200 Mio. USD, bald könnten es 400 Mio. USD sein. Der Verhandlungsführer der EU Phillip Hogan glaubt, dass damit die Handelsspannungen mit den USA abgebaut werden.
Sollten sich die anderen Lieferanten nicht auf diesen Deal einlassen, so könnten sie komplett aus dem Zollfreiabkommen gestrichen werden. Die Formel in Brüssel heißt: weniger oder gar nichts.

Rückrufservice
Beschreiben Sie bitte Ihr Anliegen, damit wir uns auf den Rückruf vorbereiten können.
Ja, ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen und willige ein, dass die von mir angegebenen Daten inklusive der Kontaktdaten zwecks Bearbeitung der Anfrage und für den Fall von Anschlussfragen elektronisch erhoben und gespeichert werden. Meine Daten werden dabei nur streng zweckgebunden zur Bearbeitung meiner Anfrage genutzt und nicht ohne Einwilligung weitergegeben. Diese Einwilligung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden.

Jetzt registrieren

Jetzt registrieren und ZMP Live+ 14 Tage kostenlos testen!
  • Dauerhaft kostenfrei
  • Keine Zahlungsinformationen erforderlich