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01.17
14:18

Export von EU-Weizen bisher unerwartet erfolgreich

Die Schwäche des Euro und eine gute Nachfrage der Importeure wie Algerien sorgen dafür, dass die geringeren Überschüsse aus der EU gut abfließen. Wechselkurse und logistische Herausforderungen begrenzen den Wettbewerb mit den USA und Russland.
Die Weizenexporte aus der EU werden über die gesamte Vermarktungsperiode gesehen wohl um ein Viertel kleiner ausfallen, da Frankreich eine fatal kleine Ernte einfuhr, die auch noch bezüglich der Qualität schwierig ist. In der Saison 2015/16 war die EU-Getreideernte dagegen riesengroß und von bester Qualität. Damit wurde die EU damals der größte Weizenexporteur der Welt. Wegen dem guten Ruf des EU-Weizens wird auch in dieser Saison soviel wie irgend Möglich exportiert.
Bisher waren die Exporte aus der EU, gemessen an der schlechten französischen Ernte, noch unerwartet gut. Man stellt sich schon die Frage, wie das weitergehen soll oder ob die Offerten bald ausbleiben.
Hilfreich für die hohen Exportmengen waren seit dem 1. Juli bis Ende Dezember auch Lieferungen aus Rumänien und von Großbritannien. Bis zum Jahresende waren die Exporte höher als zum selben Termin im Jahr davor.
Britischer Weizen profitierte von dem Verfall des britischen Pfund Sterling nach dem Brexit-Votum. Damit konnte Algeriens Nachfrage bedient werden, die sonst in Frankreich kaufen. Rumänien profitierte davon, dass Ägypten zu den branchenüblichen Einkaufsbedingungen zurückkehrte.
Bis Ende 2016 gab auch der Wechselkurs des Euro gegenüber dem US-Dollar nach. Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs der Gemeinschaftswährung aber wieder gefestigt. Zuvor hatte die Schwäche des Euros die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Weizens aber verbessert, sodass Deutschland jetzt mehr Weizenexportierte als der bisherige Champion der EU Frankreich. Neben Deutschland sind auch Polen und die Baltischen Staaten in dieser Saison für den Export mit Weizen gut aufgestellt.
Experten erwarten, dass die Exporte über die deutschen Häfen Hamburg und Rostock von Januar bis März sehr umfangreich laufen werden. Es wurde unter anderem an Algerien und Saudi-Arabien verkauft. Auch die Drittlandausfuhren aus Frankreich sind besser als man erwartet hatte, die Exportprognosen wurden bereits angehoben.
Die EU hat derzeit weniger aggressive Konkurrenten, denn Russlands Rubelkurs hat sich befestigt und auch der US-Dollar ist recht stark. Russland hat im Winter üblicherweise auch logistische Probleme mit den Wetterbedingungen im Schwarzmeerraum.
Die Konkurrenz mit argentinischem Weizen für Käufer in Nordafrika habe sich bisher auch noch nicht bestätigt. Die Händler von dort liefern lieber nach Asien und nach Brasilien.
Trotzdem dürfte der Weizenexport aus der EU bald nachlassen. Russland wird sich trotz der logistischen Herausforderungen darum bemühen, seine hohen Überschüsse international zu vermarkten, denn die kommende Ernte verspricht wieder sehr groß zu werden.

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