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07.15
10:54

Fonterra entlässt 500 Mitarbeiter - Weißer Goldrausch vorerst vorbei

Um das Unternehmen liquide zu halten, ist Fonterra gezwungen, in großem Maße Entlassungen vorzunehmen. Unter der weltweiten Nachfrageschwäche nach Milchprodukten – insbesondere aus China und Russland - leidet der Weltmarktführer besonders. Der „Weiße Goldrausch“ ist in Neuseeland wohl vorerst vorüber.
Die Milchpreise haben sich seit ihrem Höhepunkt in 2013 bereits mehr als halbiert. Dafür ist in erster Linie die dramatisch eingebrochene Nachfrage aus China, der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, verantwortlich. Im letzten Jahr hatten sich dort große Milchpulverbestände aufgebaut, während sich gleichzeitig das Wirtschaftswachstum abschwächt.
Fonterra hat jahrelang den weltweiten Milchmarkt dominiert und in den letzten Jahren China mit dem Rohstoff Milchpulver versorgt und damit sein China-Geschäft stark ausgeweitet. Die Gewinne des Unternehmens sind aber in den letzten zwei Jahren in einem immer volatileren Milchmarkt eingebrochen. In der gestrigen Auktion fiel der GDT-Index auf ein 12,5 – Jahres-Tief. Nun sollen 500 der insgesamt 16.000 weltweiten Mitarbeiter entlassen werden, weitere Entlassungen drohen.
Fonterras Export nach China ist seit Anfang 2014 um 69 % eingebrochen. Inzwischen gehen nur noch 16 % der neuseeländischen Exporte nach China, im letzten Jahr waren es noch 37 %. Außerdem hatte Russland den Import von Milchprodukten auf seine Bann-Liste gesetzt, nachdem es mit der westlichen Welt zu einem Zerwürfnis über die Krim- und Ukrainekrise kam.
Zu allem Überfluss hat die Milchproduktion in den Ländern Neu Seeland, Europa und den USA nach den Preisspitzen in 2009 und 2013 stetig zugenommen. Insbesondere in Neuseeland erreichte die Produktion immer neue Rekorde, da während der Hochpreisphasen die Futtermittelkosten sanken und gute Gewinne möglich waren. Während nun die beiden größten Importeure weniger Milchprodukte kaufen, gibt es immer noch keinen Einbruch in der Produktion.
Ich China greift die Industrie immer noch auf große Lagerbestände von importiertem Milchpulver des letzten Jahres zurück, das hält die Käufer seit letztem Jahr von neuen Aufträgen ab. Optimisten gehen davon aus, dass noch 150.000 Tonnen eingelagert sind, es können aber auch 300.000 Tonnen sein – keiner weiß das genau. Die 300.000 Tonnen entsprechen der halben Importmenge in 2014. Deshalb gehen Analysten von weiteren Preisrückgängen aus, zumal auf der südlichen Halbkugel im August die Weidesaison beginnt und die Milchanlieferungen wieder ansteigen.
Der Rohstoffwert Europa für Standardmilch mit 4,0% Fett und 3,4% Eiweiß ist die letzte Woche gesunken (um 0,28 Cent) Quelle: ife

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