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Frankreich auf der Suche nach neuen Weizenkunden

Russlands bevorstehender Eintritt in den großen Weizenimportmarkt Algeriens bedeutet in dieser Saison möglicherweise noch kaum zusätzlichen Wettbewerb. Aber Frankreich und andere Zulieferer der Europäischen Union sind ab der nächsten Saison einer großen Bedrohung ausgesetzt, so die Erwartung von Händlern und Analysten.
Die algerische staatliche Getreideagentur OAIC hat geänderte Ausschreibungsbedingungen in Umlauf gebracht, die die Grenze für Insektenschäden bei proteinreichem Mahlweizen lockern und damit den Riegel zu billigeren Ursprüngen am Schwarzen Meer wie russischem Weizen entfernen.
Die hohen aktuellen Preise in Russland, die bereits den Markt in Nordafrikas anderem großen Weizenimporteur Ägypten dominieren, schränken jedoch unmittelbare Auswirkungen für Algerien ein.
Frankreich fürchtet seit langem russische Weizenlieferungen, die auch die hohen Importkosten Algiers senken könnten. Frankreich liefert pro Saison etwa fünf Mio. Tonnen Weizen an seinen Hauptabnehmer Algerien oder rund 40% seiner Exporte außerhalb der EU.
Die russischen Preise sind in den letzten Wochen aufgrund der regen Exporte und des zögerlichen Verkaufs durch die Landwirte gestiegen, während die Regierung mehrfach wiederholt hat, dass man eine Exportobergrenze in Betracht ziehen wird.
Für diese Saison wird sich nicht viel ändern, aber sicher ist wohl, dass französischer Weizen in Zukunft nicht mit einer großen Preisspanne gegen die Herkunft des Schwarzen Meeres davonkommen kann. Internationale Firmen könnten diese Saison als Testlauf nutzen, um begrenzte Mengen an russischem und ukrainischem Weizen anzubieten, bevor sie das Volumen in der nächsten Saison erweitern, sofern sie auch von russischen Unternehmen unterstützt werden, die zur Registrierung bei der OAIC eingeladen wurden, sagten Händler und Analysten.
Frankreich verzeichnet in dieser Saison aufgrund einer kleineren Ernte bereits einen Umsatzrückgang nach Algerien und wird diesen Monat gar keinen Weizen dorthin liefern. Das ist außergewöhnlich und macht Weizenlieferungen aus dem Ostseeraum Platz.
Die französischen Exporteure hoffen, dass Frankreich bei einer anständigen Ernte einen Marktanteil von 60% in Algerien gegen die Konkurrenz am Schwarzen Meer behalten kann. Das wäre aber immer noch ein Rückgang von 90% im Vergleich zu den Jahren als 1-2 Millionen Tonnen geliefert wurden.
Andere französische Händler sehen hoffnungsvolle Anzeichen für eine Erholung der französischen Verkäufe nach Westafrika und mehr Lieferungen nach China, die dazu führen könnten, dass asiatische Käufer Algerien als größtes Ziel für französischen Weizen in dieser Saison überholt.
Frankreich ist also schon jetzt auf der Suche nach anderen Absatzregionen für seinen Weizen der nächsten Saison.

Quelle
Hansa Terminhandel GmbH
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