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01.17
15:19

Importzölle gefährden Chinas Ethanol-Importe

Chinesische Käufer haben bis zu 7 Ethanol-Aufträge, die bis Ende März zur Auslieferung kommen sollten, storniert. Das ist das erste Anzeichen für einen möglichen Anstieg von Importzöllen, mit denen China die Nachfrage vom Weltmarkt drosseln will.
Da es für 2017 wohl keine Fortsetzung für einen reduzierten Zollsatz für Ethanol-Importe geben wird, steigt die Abgabe von 5 % auf 30 %, was basierend auf dem aktuellen Preisniveau alle weiteren Importe unterbinden wird.
Es kam bereits zum „Wash-out“ von mehreren Verträgen, die im Q1 geliefert werden sollten. Für andere Verträge kommt keine Finanzierung mehr zustande, sodass auch diese zurück gehandelt werden. Aktuell wurden schon Verträge für 266.000 bis 443.000 Kubikmeter Ethanol storniert. In den ersten 11 Monates des Jahres 2016 importierte China 765.316 Kubikmeter, was 51 % mehr waren als im Vergleichszeitrum des Vorjahres. Und 2015 stiegen die Importe um 2.741 % zum Jahr davor.
In den Wochen zuvor gelangten verwirrende Meldungen an den Markt, was die Importzölle betrifft. Es gab eine Liste von Gütern, wo der Vorzugszollsatz von 5 % gestrichen werden sollte. Auf dieser Liste war Ethanol nicht enthalten. Jetzt kommt es aber wohl doch zu der Anwendung der Einfuhrabgabe von 30 %.
Die Importeure sagen, dass diese Abgabe den Import killt.
In den letzten Jahren stiegen Chinas Importe von Ethanol rasant an und gleichzeitig wurden Raffinerien gebaut, die produzieren wollten, um die steigende Nachfrage am lokalen Markt zu bedienen. Der Ethanol-Output Chinas, dem weltweit drittgrößten Produzenten dieses Treibstoffs, war aber angesichts subventionierter Maispreise in China nicht wettbewerbsfähig. Mais ist der wichtigste Rohstoff bei der Ethanolproduktion.
China änderte im Frühjahr 2016 seine Subventionspolitik für den Maisanbau und will jetzt seine großen staatliche Getreidevorräte, die aus Qualitätssicht schon längst nicht mehr für die menschliche Ernährung taugen, abbauen. Aufgrund gefallener Maispreise sind die Ethanol-Preise in China bereits auf umgerechnet $2,16 per Gallone gesunken. In den USA kostete die Gallone in dieser Woche 1,46 USD. Addiert man dazu die Frachtkosten und einen Importzollsatz von 30 % können die Importeure damit kein Geld mehr verdienen.

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