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06.15
15:46

Indien wird zum Weizenkäufer – Frankreich und Russland liefern

Indische Müller und die lokalen Niederlassungen von weltweit operierenden Handelshäusern haben den Import von 500.000 Tonnen Premiumweizen aus Australien seit März auf den Weg gebracht. Das ist die größte Menge seit über einem Jahrzehnt, obwohl es in Indien Überhänge gibt.
Zuerst sahen sich die Müller in Indien dazu gezwungen, Qualitätsweizen mit hohen Proteingehalten zu importieren, weil es in im Februar und März unerwünschte Regenfälle gab und die Erntemenge sowie die Qualität beeinträchtigte. Attraktive Preise am Weltmarkt veranlassten Händler von Cargill, Louis Dreyfus und Glencore sich an den Einfuhren direkt zu beteiligen.
Inzwischen könnten die Müller und Importeure weitere 500.000 Tonnen Weizen, diesmal aus Frankreich und Russland, importieren, da hier die Ernte vor der Tür steht. Das erklärt möglicherweise den aktuellen Kursanstieg am Terminmarkt. Marktbeobachter glauben daran, dass französischer und russischer Weizen aufgrund der günstigen Preise den Weg nach Indien finden wird, falls der Euro noch an Wert verliert, wird Frankreich vielleicht sogar allein das Rennen machen. Fast die Hälfte der bereits kontrahierten Menge wurde für $255 bis $275/Tonne cif erworben, der Rest ist für Juli-Lieferung vorgesehen, heißt es aus Insiderkreisen.
Obwohl Regen und Hagel die dortige Weizenernte beeinträchtigte, hat Indien, der zweitgrößte Weizenproduzent der Welt, große Vorräte aufgebaut, nachdem die letzten acht Jahre in Folge Rekordernten eingefahren wurden. Die diesjährige Ernte wird von offiziellen Stellen auf 90 Mio. Tonnen geschätzt, fast 5 % kleiner als im Vorjahr, aber deutlich mehr als der nationale Konsum von 72 Mio. Tonnen. Der Weizen wächst in den nördlichen Landesteilen und den Ebenen im Zentrum, während die Mühlen ihre Standorte im Süden am Indischen Ozean haben. So kann es zeitweilig interessant sein, Weizen mit hohen Proteingehalten aus Australien zu importieren. Die große Importmenge in diesem Jahr überrascht aber auch die Fachleute. Anders als in anderen Jahren können einige Mühlen in diesem Jahr erstmals Weizen direkt aus den Schiffen entladen, was die Anbindung an den Weltmarkt begünstigt.
Französischer und russischer Weizen kostet derzeit rund $185 bis $190/Tonne fob. Indischer Weizen mit hohen Proteingehalten kostet dagegen mehr als $300/Tonne sodass Importe eine große Konkurrenz darstellen. Russischer Weizen dürfte allerdings kaum die Qualitätsansprüche der Inder treffen, so sollte Frankreich möglicherweise die Nase vorn haben.

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