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08.20
07:35

Lieferströme von Gerste ändern sich wegen Handelskonflikt

Gerste aus Argentinien ersetzt in China den Ausfall von australischer Gerste, die aufgrund politischer Verwerfungen mit extrem hohen Importzöllen belegt wird. Dadurch ändern sich die Lieferströme auf der ganzen Welt. Das kann auch deutsche Gerstenexporteure betreffen.
Argentinien ist dabei noch in diesem Jahr mindestens 250.000 Tonnen Gerste nach China zu verschiffen; in 2021 rechnet man mit 380.000 Tonnen. In Jahr 2019 wurde von dort so gut wie gar keine Gerste nach China verkauft.
China interessiert sich für argentinische Gerste, weil Peking sich mit Australien streitet. Seit Mai dieses Jahres erhebt China extrem hohe Anti-Dumping Zölle für australische Gerste. In den letzten beiden Monaten wurden bereits 160.000 Tonnen Gerste aus Argentinien für China verladen. In diesen Tagen wird ein Schiff mit 65.000 Tonnen beladen.
Die Gerste wird in China als Futtermittel und als Braugerste verwendet. Einige Experten rechnen damit, dass in 2021 sogar 800.000 Tonnen Gerste aus Argentinien von China gekauft werden, die Menge hängt vom weiteren Verlauf im Handelsstreit zwischen Peking und Canberra ab.
Nun versuchen Händler in Australien auf dem Weltmarkt andere Käufer für ihre Gerste zu finden. Das könnte Saudi-Arabien sein, die ihre Kamele mit Gerste füttern - oder Länder in Südamerika, die sonst von Argentinien mit Braugerste bedient werden.
Saudi-Arabien ist für deutsche Gerstenexporteure der wichtigste Absatzmarkt in EU-Drittländern.
In Argentinien wird die Gerste im Juni gesät und im Dezember geerntet. Was bisher nach China verladen wurde, ist also noch aus der Ernte 2019/20.
Die besten Böden für den Getreideanbau in Argentinien befinden sich in der Pampa. Diese Region ist so groß wie Frankreich. Sollte China sich über 2021 hinaus für argentinische Gerste interessieren, dann könnte man die Anbaufläche beliebig ausweiten.
Die diesjährige Gerstenernte in Australien wird vom USDA auf 10,2 Mio. Tonnen geschätzt, die Ernte in Argentinien von 850.000 Mio. Hektar wird auf 3,5 Mio. Tonnen veranschlagt. Dagegen wird dort auf 6,35 Mio. Hektar Weizen angebaut. Das könnte sich jetzt aber ändern, wenn es die Chinesen so wollen.

Quelle
Hansa Terminhandel GmbH
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