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10.14
14:10

Lizenzstreit könnte Brasiliens Soja-Exporte behindern

Einige brasilianische Exportunternehmen verweigern es, Lizenzgebühren für Monsanto – Saatgut einzusammeln. Das könnte dazu führen, dass Landwirte einen Teil ihrer Ernte nicht exportieren können.
Monsanto sagt, dass rund 500 Erfassungshändler für Sojabohnen der Lizenzgebührenregelung von Monsanto an mehr als 3.000 Orten in Brasilien einsammeln. Diese Beziehung unterstreicht das zunehmend komplexe Beziehungsnetz zwischen global agierenden Getreidehändlern und Biotechnologie-Unternehmen.
Exporteure berichten davon, dass sie in diesem Monat Gebühren für das neue Monsanto-Saatgut Intacta RR2 gegen Erstattung einer Provision einsammeln. Ähnliche Aussagen machte ein Sojabohnen-Anbauverband bereits im September.
Abiove, ein Zusammenschluss von namhaften internationalen Handelshäusern, zu denen auch Bunge, ADM, Louis Dreyfus und Cargill gehören, müssen nun den Stopp von Sojabohnen-Exporten befürchten, an denen Lizenzverweigerer beteiligt sind.
In den USA, nach Brasilien den zweitgrößten Sojabohnenexporteuren der Welt, haben Handelshäuser nichts mit der Lizenzregelung für Zuchtunternehmen zu tun, da Landwirte dort ihre Ernte nicht mehr für die Wiederaussaat verwenden dürfen. In Brasilien hingegen, wo erst seit 2005 genetisch verändertes Saatgut Einzug gehalten hat, ist es einfacher, die Zahlung einer Lizenzgebühr zu umgehen. Für Monsanto ist Brasilien der zweitgrößte Markt.
Für einige Händler, die bereits 10 Jahre lang Lizenzgebühren für die erste Generation des Monsanto RoundupReady – Soja-Saatgut eingesammelt haben, ist es frustrierend, dass die immer aufwendigere Arbeit ohne finanzielle Kompensation eingefordert wird. Das gleiche befürchtet man nun auch bei dem Vertrieb von Intacta, einer Schädlingsresistenten Pflanze, die nun erstmals auch in Südamerika angebaut wird. Landwirte-Verbände in Brasilien schätzen, dass bereits 15 bis 25 % der kommenden Ernte mit Intacta ausgepflanzt wurde. Einige dieser Firmen stehen auch mit Abiove-Mitgliedern in Geschäftsbeziehung.
Brasiliens Intacta-Geschichte muss im Zusammenhang mit der ungelösten internationalen Debatte über Welthandel, Schutz von geistigem Eigentum, Umwelt- und Lebensmittelsicherheit sowie dem Anbau von Gen-Veränderten Landwirtschaftlichen Produkten gesehen werden.
Im Frühjahr 2014 hatte China 1,25 Mio. Tonnen US-Mais und Mais-Nebenprodukte, die dort nicht zugelassene Gen-Veränderte Organismen der Schweizer Firma Syngenta enthielten zurückgewiesen. Dadurch entstand den USA ein Schaden von mehr als 90 Mio. USD.

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