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08:34

Plötzlich steigende Canola-Kurse - Goldgräberstimmung in Kanada

Die Preise für Canola (Rapssaat) in Kanada sind plötzlich auf ein fast Zwei-Jahres-Hoch gestiegen, obwohl die diplomatischen Auseinandersetzungen zwischen Ottawa und Peking anhalten. Exporteure haben inzwischen aber offensichtlich Wege gefunden, wie trotzdem die Ölsaat aus Kanada zu den Käufern in China gelangen kann.
Chinesische Behörden haben seit März 2019 die Canola-Lieferungen von zwei kanadischen Exporteuren blockiert, nachdem die Polizei in Kanada auf Antrag der USA die Geschäftsführerin des Technologiekonzerns Huawei verhaftet hatte.
Dieser Konflikt hat aber nicht den chinesischen Hunger auf Canola gelöscht. Während China nun weniger Canola direkt aus Kanada importiert, kauft man jetzt Raps- bzw. Canola-Öl in Europa und den Vereinigten Arabischen Emiraten, das zu einem erheblichen Teilen aus kanadischem Canola hergestellt wurde.
Am vergangenen Dienstag stiegen die Kurse der Conola-Futures an der ICE auf ihren höchsten Stand seit Oktober 2018, nachdem die Kurse der Rapssaat-Futures an der Derivatebörse in China ebenfalls stiegen. Der Grund dafür soll ein geringeres Angebot in Kanada sein. Alle Händler, die mit Canola-Öl short sind, müssen sich jetzt an der Börse eindecken. Dort herrscht Goldgräberstimmung.
In den ersten elf Monaten der aktuellen Vermarktungsperiode sanken Chinas Canola-Importe aus Kanada um 45%. Trotzdem konnte Kanada seine Exporte um 9% steigern. Frankreich importierte beispielsweise gleich dreimal so viel wie üblich. Die vereinigten Arabischen Emirate verdoppelten ihren Canola-Import.
Kanada ist der weltweit größte Produzent von Canola. Die Farmer erlösten insgesamt 6,42 Mrd. USD für ihre Ernte und damit mehr als für irgendeine andere Feldfrucht. China hingegen steigerte seine Canola- bzw. Rapsöl Importe aus Europa, Russland und Australien. Das Pflanzenöl wurde teils aus kanadischem Canola hergestellt.
Da Kanada aktuell vor einer sehr großen Canola-Ernte steht, sind die Farmer dort von der jüngsten Preisentwicklung begeistert. Für die teilweise vorab verkaufte Ernte sichern sie sich jetzt ihre Preise an der Terminbörse.
Die Rapssaatproduktion in der EU und GB wird in diesem Jahr auf ein 13-Jahres-Tief geschätzt. Deshalb haben sich Importeure Lieferungen aus Ländern gesichert, deren Währung schwach ist. Dazu gehört auch Kanada. Der Wettbewerb zwischen den Importnationen um Raps- oder Canola-Saat wird in den kommenden Monaten wohl heftig sein.

Quelle
Hansa Terminhandel GmbH
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