22.
11.18
16:12

Russland sucht sich neue Absatzmärkte (Teil 1)

Russland, bereits seit Jahren der weltweit größte Exporteur von Weizen, ist dabei, sich neue Absatzmärkte zu suchen, was die Marktanteile der Europäische Union sowie der Vereinigten Staaten von Amerika in den für sie bedeutenden Zielmärkten einbrechen lassen kann.
Sollten die Marketingkampagnen der Russen im Irak, Saudi Arabien und Algerien Erfolg haben, würde das die Führungsposition Russlands am Weizenmarkt im Mittleren Osten und Nordafrika festigen.
Für Weizenhändler ist der Preis der ausschlaggebende Faktor wenn es um Abschlüsse im internationalen Geschäft geht. Vor dem Hintergrund ein er sich abschwächenden Weltmarktkonjunktur, die mit sinken Rohölpreisen einhergeht, ist der Preis besonders wichtig.
Billiges Öl ist für Russlands Getreideproduktion ein zentraler Faktor, da Treibstoff günstig ist und ein niedriger Wechselkurs des Rubels die Exporte begünstigt. Arabische Nationen würden bei niedrigen Rohölpreisen Kostenavers einkaufen. Sollten die genannten Nationen Russland als Weizenlieferant zulassen, würde dies dem Weltmarktführer noch mehr Marktanteile sichern.
Irak, der bedeutendste Getreidemarkt im Mittleren Osten, kauft traditionell in den USA. In der letzten Woche teilte der neue Handelsminister mit, dass Russland nun auch bei den internationalen Ausschreibungen zugelassen werden würde. Seit mehr als zwei Jahren buhlt Russland um diese Zusage. Nachdem sich nun eine personelle Änderung bei den Entscheidern im Irak ergeben hat, ist der Weg für Russland frei. Im Dezember soll es eine erste Probelieferung geben. Im neun Jahr könnte es dann richtig losgehen, sofern die Qualitätsanforderungen erfüllt werden können.
Russlands Weizen hatte bisher nicht genügend Gluten, um die hohen Ansprüche der Irakischen Kundschaft erfüllen zu können. Der Russische Weizen ist aber 10 bis 12 USD/Tonnen billiger als der US-Hard Red Winter-Weizen (HRW). Das könnten die USA aber durch günstige Finanzierungsangebote wieder wettmachen.
In den Verhandlungen um Getreidelieferungen sind zwar Preise und Qualität die Hauptargumente aber manchmal spielen auch politische Gründe eine Rolle. So werden Alliierte Nationen im Zweifel bevorzugt.

Rückrufservice
Beschreiben Sie bitte Ihr Anliegen, damit wir uns auf den Rückruf vorbereiten können.
Ja, ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen und willige ein, dass die von mir angegebenen Daten inklusive der Kontaktdaten zwecks Bearbeitung der Anfrage und für den Fall von Anschlussfragen elektronisch erhoben und gespeichert werden. Meine Daten werden dabei nur streng zweckgebunden zur Bearbeitung meiner Anfrage genutzt und nicht ohne Einwilligung weitergegeben. Diese Einwilligung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden.

Jetzt registrieren

Jetzt registrieren und ZMP Live+ 14 Tage kostenlos testen!
  • Dauerhaft kostenfrei
  • Keine Zahlungsinformationen erforderlich