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10.14
15:58

Syrien plant den Import von 1 Mio. Tonnen Weizen

Da die syrische Regierung die Kontrolle über weite Landstriche seiner Landwirtschaftlichen Nutzfläche an IS-Milizen verloren hat, kommt nur noch die Hälfte der heimischen Getreideproduktion in den staatlichen Lägern an. Um die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung aufrechterhalten zu können, plant die Regierung nun den Kauf von zunächst 1 Mio. Tonnen Weizen am internationalen Markt.
Üblicherweise hält Syrien 3 Mio. Tonnen Getreide als strategische Reserve. Wie viel Getreide zurzeit vorrätig ist, ist ein Geheimnis. Im April dieses Jahres lag die Prognose der diesjährigen Getreideernte bei 1 bis 1,7 Mio. Tonnen. Bisher sind den staatlichen Einkäufern aber nur 523.000 Tonnen angeboten worden. Im Vorjahr waren es zum gleichen Termin mehr als 1 Mio. Tonnen.
Die Getreideprovinzen Raqqa und Deir al-Zour sind unter der Kontrolle der Rebellen des Islamischen Staates. Die Anzahl der staatlichen Sammelstationen, an denen Landwirte ihre Ernte abliefern können, ist von 140 vor dem Krieg auf zurzeit 31 gesunken. Um dem Beschaffungsproblem Herr zu werden, werden Landwirten Geleitschutz und ein Frachtkostenzuschüsse angeboten.
Vor dem Krieg produzierte Syrien 3,5 Mio. Tonnen Getreide, wovon die Regierung 2,5 Mio. Tonnen aufkaufte. Die U.N. Organisation FAO schätze den syrischen Getreidekonsum auf 2,7 bis 3 Mio. Tonnen. Der Beginn der Feldbestellung für die kommende Ernte wird durch die gefährliche Sicherheitslage sowie durch fehlende Betriebsmittel wie Saatgut, Treibstoff und Dünger beeinträchtigt. Es sind bereits 15 % der Ackerflächen im Vergleich zum Mittel der Jahre 2007 bis 2011 durch den Krieg verloren gegangen.
Die FAO und das Syrische Rote Kreuz bemühen sich zurzeit, vertrauenswürdige Landwirte mit Weizen- und Gersten-Saatgut und mit dem Eigenbedarf am Mahlgetreide zu versorgen. 1.800 Haushalte wurden bereits beliefert. Ziel ist es 4.400 Haushalte zu erreichen.
Im Nachbarstaat Irak hatten IS-Kämpfer im August staatliche Getreidevorräte dazu genutzt, um ihren Krieg zu finanzieren, in dem sie es auf lokalen Märken oder an die Regierung zurück verkauft haben.

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