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08.15
11:04

Weizen: Australiens Marktanteil in Indonesien in Gefahr

Australiens Weizenexporteure verlieren bei ihrem bedeutendsten Empfängerland Indonesien Marktanteile an die Konkurrenz vom Schwarzen Meer. Indonesien ist der zweitgrößte Weizenimporteur der Welt und Russland, die Ukraine und Rumänien profitieren von großen Ernten und gesunkenen Frachtraten.
Australien führte in 2014/15 Weizen nach Indonesien im Wert von A$1,19 Mrd. aus. Rund 60 % der australischen Weizenernte geht ins Nachbarland, das bisher von der räumlichen Nähe und guten Qualitäten profitierte. Russland und die Ukraine, die zusammen 3-mal soviel Weizen wie Australien produzieren, vermarken ihr Getreide immer aggressiver. Ihr Vorteil sind geringere Produktionslosten, wogegen Australiens Schienentransport in die Jahre gekommen ist.
Durch hohe Produktionskosten hat Australien bereits im Mittleren Osten Marktanteile verloren, jetzt droht ihnen ein solcher Verlust auch in der Nachbarschaft. Inzwischen ist es billiger, eine Tonne Weizen von Odessa nach Indonesien zu transportieren, als von Swan Hill nach Geelong. Der 370 km lange Bahntransport im Staat Victoria kostet genauso viel wie der 11.500 km-Seeweg von einem Schwarzmeerhafen nach Jakarta, obwohl der Seeweg aus den australischen Getreideregionen nach Indonesien nur 3.000 km lang ist.
Schwarzmeer-Weizen kostet derzeit frachtfrei Indonesien $210Tonne und ist damit $30/Tonne billiger als Australische Offerten. Der Unterschied ist zum Teil durch eine um 13 % größere Weizenernte in Russland und der Ukraine begründet; sie wird auf zusammen 84 Mio. Tonnen geschätzt.
Nachdem Russland einen Exportbann für Weizen aufgehoben hat, wurden die Verladungen von dort wieder aufgenommen; ungeachtet der Spannungen mit der Ukraine. Australische Analysten schätzen, dass die Weizenproduktion in Russland, der Ukraine und Kasachstan sich bis zum Jahr 2019 auf 200 Mio. Tonnen mehr als vordoppeln wird. Gleichzeitig sinkt der Frachtvorteil Australiens vor dem Hintergrund fallender Seefrachten sowie einer durch internationale Investoren modernisierten Infrastruktur für den Hinterlandtransport und der Hafenanlagen.
Bisher hat Indonesien weniger als 5 % seines Weizenbedarfs aus dem Schwarzmeerraum importiert; meist waren es Qualitätsgründe, die die Käufer von mehr Importen abhielten. Bei größeren Preisvorteilen werden die Müller aber australischen Weizen mit russischen aufmischen, so die Prognose.

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