Biodiesel schmiert ab
Der aus pflanzlichen Ölen - insbesondere aus Rapsöl - hergestellte Biodiesel wird immer weniger verbraucht. Dabei spielt das reine Pflanzenöl als Kraftstoff kaum noch eine Rolle, aber auch der chemisch umgewandelte Biodiesel als Reinkraftstoff verliert erheblich an Bedeutung. Eine relative Stabilität ist bisher noch beim Absatz von Beimischungs-Biodiesel zu beobachten. Die Anteile an Biodiesel haben von 12,5 % im Jahre 2007 auf 7 % vom Gesamtdieselverbrauch im Jahre 2012 ab genommen.
Im Vergleich dazu steigt der Mineralische Dieselverbrauch jährlich an. Eine wachsende Zahl von Dieselgetriebenen Fahrzeugen trägt ebenso dazu bei, wie eine steigende Fahrleistung.
Im Zeitraum von Januar bis April 2013 stieg der Absatz von Dieselkraftstoff in der Bundesrepublik Deutschland nach der monatliche Statistik des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gegenüber der Vorjahresperiode um 0,1 % an. Der darin enthaltene Biodiesel ging jedoch um -16,8 % zurück. Offensichtlich sind die Preisunterschiede zwischen mineralischen und Biodiesel nicht mehr attraktiv genug, um den Biodieselverbrauch zu stimulieren.
Die Folge dieser Entwicklung ist zunehmender Druck auf die Rapspreise, der gerade in jüngster Zeit verstärkt zu beobachten ist. Dabei entsteht eine gewisse Spannung zu den gestiegenen Kursen im Sojakomplex aufgrund der vorübergehenden Lieferschwierigkeiten der südamerikanischen Länder, den niedrigen Palmölpreisen infolge der hohen Vorratsbestände in Malaysia und der knappen Versorgungslage auf dem Rapsmarkt. Der Ölsaatenmarkt insgesamt tendiert jedoch eindeutig in Richtung eines die Nachfrage übersteigenden hohen Angebotes.
Fazit:
Die Rapspreise stehen trotz knapper Rapsversorgung mehrfach unter Druck: Schwache Nachfrage aus dem Biodieselsektor und fallende Konkurrenzpreise alternativer Herkünfte pflanzlichen Öls, speziell Palmöl und demnächst Sojaöl.