Mittelfristige Projektionen des IGC zum Sojamarkt
Der internationale Getreiderat (IGC) hat in seiner jüngsten Dez.-15-Ausgabe eine zurückblickende mittelfristige Analyse und anschließend eine Vorschätzung der Entwicklungen bis 2020/21 auf dem Sojamarkt veröffentlicht.
In der zurückblickenden Analyse der letzten 5 Jahre hat der IGC eine Steigerung bei Produktion und Verbrauch von durchschnittlich rd. 4 % ermittelt. Die Erzeugung unterliegt starken witterungsbedingten Schwankungen in den Einzeljahren, während die Nachfrage vergleichsweise stetig verlief. In den letzten beiden Jahren wurden überdurchschnittlich hohe Endbestände aufgebaut. Die Folgen sind erhebliche Preisrückgänge insbesondere im Jahre 2015, während die Jahre zuvor attraktive Preise geliefert haben.
Auf der Produktionsseite waren insbesondere die USA, Brasilien und Argentinien mit starken Angebotssteigerungen die führenden Regionen. Neben stetigen Zunahmen der Hektarerträge war insbesondere die Ausdehnung der Flächen ausschlaggebend.
Auf der Verwendungsseite ist der Anteil des Sojaöls zur Biodieselherstellung ständig gewachsen. Die typischen Ernährungsgewohnheiten einer steigenden asiatischen Bevölkerung haben ebenfalls zur Konsumzuwachs beigetragen.
Im Sojaschrotsektor haben die steigenden Tierbestände den Bedarf an hochwertigen pflanzlichen Rohprotein vorangetrieben.
Die maßgebliche treibende Kraft sind die ständig steigenden Sojaimporte Chinas, die rd. zwei Drittel des weltweiten Sojahandels auf sich ziehen. Die EU-Einfuhren zeigen nur noch geringe Zunahmen auf.
Für die kommende 5-Jahresperiode bis 2020/21 schätzt der IGC die Wachstumsraten nur noch halb so hoch ein. Dabei wird weiter von einer starken Nachfrage ausgegangen, so dass im Ergebnis, die aktuell überdurchschnittlichen Vorratsbestände wieder abgebaut werden, aber noch auf einem befriedigenden Niveau verbleiben.
Die Produktionssteigerungen stoßen an Grenzen durch die knappe Flächenverfügbarkeit in den USA und Argentinien, während für Brasilien noch Potenzial möglich erscheint. Die USA werden ihre führende Rolle in der Sojaerzeugung an Brasilien abgeben. Inwieweit Argentinien infolge auslaufender Exportsteuern die Sojabohnenerzeugung stärker erweitert als bisher angenommen, wurde in der Prognose nicht erkennbar berücksichtigt.
Der IGC versteht seine Projektionen als eine mögliche Durchschnittsentwicklung, die in Einzeljahren durch witterungs-, währungs- und politisch bedingte Besonderheiten unterschiedlich ausfallen können.