Raps in Kanada leidet unter Trockenheit und Spätfrösten
In Kanada, dem weltgrößten Exporteur von Raps mit einem Handelsanteil von über 40 %, beeinträchtigen Trockenheit und Spätfröste die Wachstumsentwicklung von Canola, eine typische genmodifizierte Sommerrapsart. Winterraps spielt in Kanada keine Rolle.
Betroffen sind vor allem die 3 Provinzen Alberta, Saskatchewan und Manitoba. Während die schwachen Niederschläge schon einen Monat zu beobachten sind, sind erst in den letzten Wochen Spätfröste aufgetreten.
Einige Farmer haben nach der Schadensfeststellung bereits wieder eine Neuansaat vorgenommen, die erfahrungsgemäß aufgrund verkürzter Vegetationsdauer weniger hohe Ertragsleistungen erwarten lassen. Das ganze Ausmaß der Erntebeeinträchtigung ist zurzeit noch nicht abzuschätzen.
Die globale Rapsernte wurde bereits deutlich niedriger eingestuft als im Vorjahr. Wesentlicher Grund sind die geringeren Ernten im größten Anbaugebiet der EU-28. Die EU ist Rapsimporteur mit 2,5 bis 3 Mio. t. Eine weitere Reduzierung in der zweitgrößten Erzeugungsregion Kanada dürfte zu einer spürbar schärferen Verknappung dieser speziellen Ölsaat führen.
Pflanzliche Öle sind zu einem beachtlichen Teil untereinander austauschbar, so dass die hohen Sojaernten und eine gut durchschnittliche Palmölerzeugung den 15 % Rapsanteil durchaus ausgleichen können. Dennoch wird für spezielle Verwendungszwecke Rapsöl fehlen.
Die Rapskurse an der Winnipeger Börse sind innerhalb von 2 Wochen um knapp 12 % gestiegen. Die Rapsnotierung an der Pariser Börse ist prompt nachgezogen, hat sich aber nach einem Höhenflug über 375 € je t wieder gefangen. Die Rapspreise entlang des Mittellandkanals haben diese Aufwärtsentwicklung mitgemacht.
Inwieweit sich angesichts des Konkurrenzdruckes von der Soja- und Palmölseite das gestiegene Rapspreisniveau halten lässt, ist fraglich. Jedenfalls werden die Rapspreise im Rahmen der Wettbewerbsspanne eine festere Tendenz entwickeln.