Conab: Brasiliens Mais- und Sojaernten neu justiert
Die brasilianische Analysefirma Conab schätzt die im Gang befindliche Sojaernte auf 94,6 Mio. t in etwa auf dem Niveau des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums vor einigen Tagen. Andere Schätzungen reichen von 92 bis 96 Mio. t. Damit bleibt das erwartete Ergebnis auf Rekordniveau. Im Vorjahr wurden 86,5 Mio. t gedroschen.
Der Verkauf der Sojabohnen liegt etwas hinter früheren Jahren zurück. Dahinter vermutet man einerseits ein Hedgeverhalten gegenüber dem sich verschlechternden Kaufwert der brasilianischen Währung Real. Allerdings trage auch die hohe Ernte selbst zu Verzögerungen bei. Die Aussichten auf weiter fallende Sojakurse dürfte die Verkaufszurückhaltung ebenfalls in Grenzen halten.
Argentinien Sojaernte steht unter dem guten Vorzeichen von fast schon optimalen Wachstumsbedingungen. Die jüngste uSDA-Schätzung läuft auf 56 Mio. t hinaus. Die argentinische Börse Rosario-Exchange hält auch 58 Mio. t für möglich. Die Verkaufszurückhaltung praktizieren die argentinischen Farmer schon seit mehreren Jahren. In diesem Jahr drängt jedoch die herannahende Rekordernte auf freie Läger. In diesem Jahr wägt man zwischen dem fallenden Peso und Sojapreis ab, mit dem erwarteten Ergebnis einer größeren Verkaufsmenge in der Erntezeit im Vergleich zu früheren Jahren.
Nach einer Hauptfrucht Soja wird in den geeigneten Gebieten Brasiliens mit ausreichend Wasserangebot bis in den Mai eines Jahres hinein die Zweitfrucht Mais angebaut. In diesem Jahr behindert die verspätete Sojaernte eine rechtzeitige Aussaat auf allen Standorten. Conab schätzt, dass die Anbaufläche etwas zurückfallen wird. Hohe Erträge sollen jedoch zu einer gesamten brasilianischen Maisernte von 78 Mio. t beitragen. Das USDA schätzt 75 Mio. t.