USDA schätzt Ölsaatenmarkt mit Schwerpunkt Soja 5% höher als Vorjahr.
Die jüngste USDA-Schätzung (12. Aug.2024) prognostiziert eine Steigerung der globalen Ölsaatenerzeugung 2024/25 um +5 % auf 690 Mio. t. Der Verbrauch soll nur um +3,4 % auf 669 Mio. t zunehmen. Dementsprechend ist mit einer Steigerung der Vorratsbestände auf rd. 150,5 Mio. t bzw. +16,5 % im Vergleich zum Vorjahr zu rechnen.
Ausschlaggebend ist das erhebliche Wachstum der Sojaerzeugung von vorjährigen 395 auf diesjährige 429 Mio. t. Dabei schlägt die kommende brasilianische Erzeugung mit 169 Mio. t (Vorjahr 153 Mio.t) stark zu Buche. Auch die demnächst anstehende US-Ernte soll mit knapp 125 Mio. t (Vorjahr 113 Mio. t) überdurchschnittlich stark wachsen. Für Argentinien wird eine unveränderte Produktion von 51 Mio. t in der 1. Hälfte 2025 vorausgesagt. Die südamerikanischen Zahlen sind mit Vorsicht zu interpretieren, denn die Aussaat erfolgt erst ab Okt.
Auf der Verbrauchsseite steht China mit einer Menge von 129 Mio. t an vorderster Stelle. Davon werden 20 Mio. t im eigenem Lande erzeugt und 109 Mio. t (= 60 % des Welthandels) importiert. Zum Vergleich: die EU erntet selbst rd. 3 Mio. t und führt 14,6 Mio. t Bohnen, 16 Mio. t Schrot sowie 0,5 Mio. t Sojaöl ein.
Die globale Rapsernte schätzt das USDA auf 88,8 Mio. t nur geringfügig höher als in den beiden Vorjahren. Für Kanada werden unverändert 20 Mio. t prognostiziert, obwohl das kanadische Statistikamt nur 18,3 Mio. t vorausgesagt hat. Für die EU-27 werden 18,9 Mio. t veranschlagt. Da der weltweite Rapsverbrauch noch etwas höher eingeschätzt wird, wird mit einem Abbau der Bestandsvorräte gerechnet. Die Versorgungslage im Rapssektor bleibt eng.
Mit einem Anteil von rd. 1 Drittel ist Palmöl vor Soja der Marktführer im Sektor der Pflanzlichen Öle. Die Welternte von knapp 80 Mio. t wird zu über 80 % von Indonesien (47 Mio. t) und Malaysia (19 Mio. t) gestellt. Die jährlichen Steigerungsraten lassen deutlich nach, weil Neuanpflanzungen nur noch selten stattfinden. Nach 35 Jahren Nutzungsdauer werden fast ausschließlich nur Ersatzpflanzungen vorgenommen. Indonesien verbraucht Palmöl in steigenden Umfange für die Biodieselerzeugung; daher geht der Export tendenziell zurück. Die EU importiert rd. 4 Mio. t mit deutlich fallender Tendenz. Die globalen Endbestände an Palmöl gehen tendenziell zurück und signalisieren eine engere Versorgungslage. Raps als ölbetonte Saat wird davon stark beeinflußt.