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EIA: Rohölbilanz 2015 - Folgen für Agrarrohstoffe

Rohölbilanz 2015: Die rasante Abwärtsentwicklung des Rohölpreises betrifft Agrarrohstoffe

In den Jahren 2004 bis 2010 bestanden enge Beziehungen zwischen dem Rohölpreis und ausgewählten Agrarrohstoffen, die als Grundlage für die Bioenergiegewinnung in der Aufbauphase alternativen Energien dienten. Brasilianischer Zucker geht zur Hälfte in die Bioethanolerzeugung. Südamerikanisches Sojaöl wird zu Biodiesel verarbeitet und z. T exportiert. US-Mais wandert zu einem Drittel in die Bioethanolfermenter. Europäisches Rapsöl wird zu 60 % zu Biodiesel umgearbeitet. Palmöl aus Malaysia und Indonesien wird in steigendem Maße in verschiedenen Importländern als Grundlage für die Biodieselherstellung genutzt.  

Ab 2010 entspannte sich das Verhältnis. Rohölpreise pendelten in einer Bandbreite zwischen 90 und 100 $ je barrel, während die Preise für Agrarrohstoffe eine Eigendynamik in enger Abhängigkeit von der jährlichen Versorgungslage entwickelten. Die politischen Ziele zum Aufbau einer alternativen Bioenergieschiene stießen an ihre Grenzen. Die staatlichen Subventionen wurden stark heruntergefahren. Der riesigen Investitionsschritte  der Gründerjahre ebbte erheblich ab. Die steilen Zuwachsraten gingen über in eine Konsolidierungsphase, die stark vom Markt geprägt war.

Die jüngsten Rohölpreisrückgänge finden in einem Ausmaße statt, die auch die Kurse für die Agrarrohstoffe wieder stärker beeinflussen können. Entscheidend ist die Dauer des Niedrigkursniveaus.

Die US-Behörde für Energie Information (EIA) hat eine Prognose für das Jahr 2015 erstellt. Danach soll im 1. Halbjahr die Erzeugung deutlich über der Verbrauchslinie bleiben. Die konsequente Folge ist ein Bestandsaufbau der Ölvorräte, dessen Aufschwung erst im 2. Halbjahr abflauen soll.

Sollte diese Einschätzung zutreffen, ist mit anhaltend niedrigen Rohölpreisen im ersten teil des Jahres 2015 zu rechnen. Dementsprechend niedrig dürften die Benzin- und Dieselpreise ausfallen. Die Biokraftstoffe werden sich dieser Entwicklung nicht entziehen können, so dass bei kleiner werdender Marge mit einem Rückgang der Nachfrage nach den einschlägigen Agrarrohstoffen zu rechnen ist.

Niedrige Rohölpreise werden jedoch die Wirtschaft wieder in Schwung bringen und damit die Nachfrage nach Energie wieder deutlich anheizen. Zum Ende der zweiten Jahreshälfte sollen nach der EIA-Prognose die Rohöl-Überhangbestände schon wieder abgebaut sein. Damit dürfte das schwache Preisniveau nur von vorübergehender Natur sein.

Da die landwirtschaftliche Produktion in Jahreszyklen stattfindet, könnten sich vorübergehende negative Preisentwicklungen mit ihren Wirkungen in Grenzen halten.

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