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09.15
17:54

El Nino treibt Palmölpreise an

2016:  steigende Palmölpreise?

Die Palmölerzeugung findet zu rd. 90 % auf den Inseln Malaysias und Indonesiens statt. Tropische Bedingungen mit durchgehend hohen Temperaturen und  Niederschlägen um die 2.000 mm sind die Voraussetzungen, um höchste Ölerträge je Hektar zu erzielen. Gemessen an europäischen Rapserträgen von durchschnittlich 1.500 bis 2.000 kg Pflanzenöl können die Palmölplantagen rd. das Dreifache erreichen. Die einmal gepflanzten Bäume können bis zur 35 Jahren beerntet werden.

In den letzten Jahren sind  Produktion und Endbestände bei gleichzeitig etwas schwächerer Exportnachfrage deutlich gestiegen. Palmöl hat einen Marktanteil von rd 30 % noch vor dem Sojaöl. Beide Produkte gelten als Marktführer im Sektor der pflanzlichen Öle. Von 2012/13 bis in den Aug.2015 sind die  Kurse von rd. 1.000 $/t je t auf unter 450 $ je t gefallen. Zuletzt haben die niedrigen Rohölkurse Druck auf die Palmpreise ausgeübt, denn ein beträchtlicher  Teil des Öls wird neben der Ernährungs-, Fütterungs-, und Kosmetikzwecken  für die  Herstellung von Biodiesel verwendet.

Erst in jüngster Zeit haben sich die Preise gefangen und die Schwelle von 500 $ je t wieder überschritten. Die Erzeugungszuwächse haben in jüngerer Zeit nachgelassen. Eigentlich erwartet man im Okt den saisonalen Produktionshöhepunkt. Geringere Niederschläge in einigen Anbauregionen waren die Hauptursache.

Für die bevorstehende Zeit schaut man jedoch auf das kommende El Niño-Wetterereignis. Nach meteorologischen Meßdaten ist in diesem Jahr 2015/16 mit einer hohen Intensität dieser Wetteranomalie zu rechnen. Die Palmölgebiet liegen genau auf der Wegstrecke. Die üblichen Regenwolken vom Pazifik her erreichen unter El Niño-Bedingungen nicht mehr die malaysischen und indonesischen Inseln und regnen vorher auf dem Meer ab. Die Folgen sind unzureichende Regenmengen bis hin zu ausgeprägten Trockenheiten in den Plantagen. Das Ergebnis sind stark abfallende Erträge bis zu 30 %, die sich auch in der Folgeperiode noch nachteilig auswirken.

In der Erwartung fallender Produktionsmengen sind die Kurse für Palmöl zuletzt kräftig gestiegen. Sollte sich das Wetterphänomen tatsächlich im nächsten Monat eintreten und  bis in den März 2016 anhalten, könnte die Palmölkurse rasch Fahrt aufnehmen. Davon würden auch die konkurrierenden Pflanzenöle und deren Rohstoffe profitieren. Als Gegengewicht stehen die hohen Angebotsmengen aus dem Sojasektor. Der vergleichsweise kleine Rapssektor ist in diesem Wirtschaftsjahr sehr knapp versorgt.

Marktexperten gehen davon aus, dass die Palmölpreise bis weit in das Jahr 2016 hinaus eine eher steigende Kurstendenz entwickeln werden.

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