09.
10.14
17:00

Hohe argentinische Sojaernte im Frühjahr 2015

Argentinien Sojaernte 2014/15 soll um 4 % steigen. – größere Anbaufläche –

Der US-Landwirtschaftsbeauftragte in Argentinien schätzt die kommende Sojaernte im Frühjahr 2015  auf rd. 57 Mio. t  (Vorjahr 54 Mio. t)

Die argentinischen Farmer fangen mit Verzögerung mit der jetzt im Oktober anstehenden Aussaat an. Der Grund ist die hohe Inflationsrate, die die Farmer bisher veranlasst hat, so spät wie möglich ihre alte Ernte noch zu vergleichsweise hohen Preisen zu verkaufen,  um unmittelbar mit dem Verkaufserlös die Saat- und Düngerkosten zu finanzieren. Die durchschnittliche Inflationsrate liegt bei 18 bis 23 %.

Trotz mittlerweile fallender Kurse bleibt der Sojaanbau attraktiv, weil die Düngerkosten für die Leguminose erheblich niedriger ausfallen. Nach den vorläufigen Schätzungen sollen auf rd. 21 Mio. ha Bohnen ausgesät werden. Bei einem unterstellten Durchschnittsertrag von 2,7 t je ha wird eine Ernte von 57 Mio. t hochgerechnet. Allerdings sind die Unterschiede im Lande recht groß. Auch die Transportkosten der nördlichen Anbaugebiete bis zum Ausfuhrhafen spielen in den entfernter liegenden Regionen eine beachtliche Rolle für die Aussaatflächen.

Noch mehr Beachtung schenken die argentinischen Farmer der Entwicklung der Wechselkurse zum Dollar sowie der Ausfuhrzollpolitik des bankrotten Staates. In der Vergangenheit haben Exportzölle auf landwirtschaftliche Produkte bis zu 40 % der argentinischen Staatsausgaben finanziert. Häufige Streiks und Exportboykotts waren Gegenmaßnahmen der argentinischen Farmerlobby.

Die verzögerte Verkaufsbereitschaft der alten Ernte führt zu einem Anfangsbestand, der mit 12,5 Mio. t fast ein Viertel der im Frühjahr 2014 eingebrachten Ernte ausmacht. Ölmühlen arbeiten mit Auslastungen von 55 bis 60 %. Die Verarbeitungsvorräte reichen häufig nur zwischen 15 und 20 Tagen. 

Erfahrungsgemäß werden nur 10 Mio. t Sojabohnen direkt exportiert und rd. 42 Mio. t im Lande verarbeitet. Das gewonnene Sojaöl wird ausgeführt oder zum Teil zu Biodiesel weiterverarbeitet. Der frühere Export von Biodiesel in Richtung Europa ist nach der Einführung eines EU-Importzoll wieder deutlich zurückgefahren worden. Sojaschrot wird überwiegend nach Europa geliefert.

Der Eigenverbrauch bleibt vergleichsweise gering. Es ist davon auszugehen, dass das zögerliche Verkaufsverhalten auch in der weiteren Zukunft anhalten wird. Allerdings wird der niedrige und möglicherweise noch fallende Sojapreis dazu führen, dass die Exporte etwas zügiger abgewickelt werden als in der Vergangenheit.

Sojapreise in Argentinien gehören aufgrund der großen Transportkosten zu den niedrigsten auf Weltebene. Fob Buenos Aires kosten Sojabohnen 377 $ je t während im Golf von Mexiko US-Sojabohnen bei 406 $ je t notieren. Brasilianische Sojabohnen ab Ausfuhrhafen Paranagua kosten 403 $ je t.

Rückrufservice
Beschreiben Sie bitte Ihr Anliegen, damit wir uns auf den Rückruf vorbereiten können.
Ja, ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen und willige ein, dass die von mir angegebenen Daten inklusive der Kontaktdaten zwecks Bearbeitung der Anfrage und für den Fall von Anschlussfragen elektronisch erhoben und gespeichert werden. Meine Daten werden dabei nur streng zweckgebunden zur Bearbeitung meiner Anfrage genutzt und nicht ohne Einwilligung weitergegeben. Diese Einwilligung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden.

Jetzt registrieren

Jetzt registrieren und ZMP Live+ 14 Tage kostenlos testen!
  • Dauerhaft kostenfrei
  • Keine Zahlungsinformationen erforderlich