06.
02.16
10:56

Unterschiedliche Einschätzungen zu Kanadas Rapsbeständen

Unterschiedliche Einschätzungen zum kanadischen Rapsbestand  Ende 2015

Der Rapsanbau in Kanada stand 2015 unter wechselnden Vorzeichen. Zur Aussaat im Frühjahr herrschte in den Hauptanbauregionen Alberta und Saschkatchewan Trockenheit. Verzögerte Aussaat und schwach entwickelte Feldbestände verhießen keine gute Ernte.

In der Folgezeit wurden die Beurteilungen der Pflanzenbestände fortlaufend besser. In einer ersten Ernteschätzung im Sept.-15 wurde ein Ergebnis von rd. 14,5 Mio. t veranschlagt. Spätere Nachschätzungen erhöhten diese Prognose. Zur Überraschung vieler Marktteilnehmer veröffentlichte das kanadische Statistikamt im Dez. eine Rapsernteschätzung von mehr als 17 Mio. t. Damit wurde die bisher zweitgrößte Ernte seit 2013 mit 18,5 Mio. t erreicht.

Bei einer leicht gesunkenen Erntefläche soll der gestiegene Durchschnittsertrag von rd. 21 dt/ha gegenüber 19,9 dt/ha im Vorjahr zu diesem Ernteergebnis beigetragen haben. Im Jahre 2013 wurde der bisher größte Flächenertrag von knapp 23 dt/ha erzielt.

Die vom kanadischen Statistikamt veröffentlichte Bestandsschätzung zum 31.Dez. 2015 ergab eine Größenordnung von 12,12 Mio. t bzw. rd. eine halbe Mio. t weniger als zum Vorjahreszeitpunkt.

Marktexperten bezweifeln dieses Ergebnis. Angesichts der höher geschätzten Ernte, aber normalen Verarbeitungsmengen und moderaten Exportzahlen mit den Schwerpunkten nach China und Japan werden höhere Bestände vermutet. China nimmt knapp die Hälfte der kanadischen Exportmengen auf und Japan hält einen Exportanteil von 25 %.  

Börsenteilnehmer gehen zwar nicht davon aus, dass höhere Bestände im derzeitigen Preisumfeld zu stärkeren Preisdruck führen, könnten aber geeignet sein, eine zukünftige Kursrallye zu beeinträchtigen.

Die Rapskurse in Paris sind auf 360 €/t und in Winnipeg auf 305 €/t gesunken. Die gefallenen Rapskurse in Paris sind in engen Zusammenhang mit den gestiegenen Eurokursen in der Größenordnung von 1,12 $ je € zu sehen.  Zusätzlicher Druck kommt aus dem Sojasektor. Die südamerikanischen Ernten werden jetzt tendenziell wieder höher geschätzt.

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